Blankenburg l Dieses Weihnachtsfest ist für einige Blankenburger ein ganz besonderes. Sie können die Feiertage und den Jahreswechsel nicht in ihren eigenen vier Wänden verbringen, nachdem eine Gasexplosion ihren Block in der Bertolt-Brecht-Straße vorerst unbewohnbar gemacht hat. Bislang konnten sie nur das Nötigste aus ihren Wohnungen holen. Immerhin ist es dank Unterstützung von Stadtverwaltung, Wohnungsgesellschaft, Wohnungsgenossenschaft sowie Hotels und Vermietern von Ferienwohnungen gelungen, einige der Betroffenen in Ausweichquartieren unterzubringen. 21 der insgesamt 36 betroffenen Mietparteien sind bei Angehörigen untergebracht.

Um sie in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen, hat der Vorstand des Blankenburger Fußballvereins (BFV) all seine Mannschaften sowie Schiedsrichter und Ordner aufgerufen, sich ganz im Sinne der 2015 konzipierten Ausbildungs-Offensive von Verein und Partnern für diese Menschen zu engagieren. „Unter unserem Motto ,Wir für Blankenburg‘ wollen wir zeigen, dass wir auch in solch unvorhersehbar schwierigen Zeiten als Gemeinschaft und Stadt als Einheit zusammenzustehen und das die Betroffenen nicht allein sind“, erklärte BFV-Präsident Holger Löffelmann. Für ihn stehe dabei weniger das Materielle in Mittelpunkt, vielmehr gehe es ihm und seinen Mitstreitern darum, durch solche Aktionen aber auch mit Erfolgserlebnissen im Sport dazu beizutragen, dass die Betroffenen die traumatischen Erlebnisse verarbeiten.

Gerade das Regensteins-Gebiet, in dem das Unglück am Freitag, 13. Dezember, passierte, ist für den BFV-Präsidenten „Quelle und Sprudel“ für die jahrzehntelange, gute und erfolgreiche Nachwuchs-Arbeit der Blankenburger Fußballer, aber auch vieler anderer Vereine, die im dort gelegenen Sportforum ihre Trainingsstätte haben. „Deshalb wollen wir als Sportler unsere Verbundenheit mit den Betroffenen zum Ausdruck bringen - mit den uns eigenen Tugenden wie Teamgeist und Zusammenhalt“, so Löffelmann.

Osterwiecker schließen sich Blankenburgern an

Ein beeindruckendes Zeichen war bereits in der vergangenen Woche eine spontane Spendensammlung der ersten Männermannschaft für die Familie eines langjährigen Schiedsrichters und Nachwuchs-Übungsleiters, die direkt von der Hausexplosion betroffen ist. Dem schlossen sich am Wochenende die Fußballer von Eintracht Osterwieck an: „Bei unserer Vereinsweihnachtsfeier wollten wir eigentlich für unseren Nachwuchs sammeln, haben uns aber spontan entschieden, für die Blankenburger zu spenden“, sagte Abteilungsleiter Ulf Wagner. Im Sparschwein sammelten sich schließlich 650 Euro an. „Als Verein haben wir den Betrag um 350 Euro aufgestockt“, so Kassenwart Frank Schulze. Wie Holger Löffelmann erklärte, hatten in den vergangenen Tagen auch Grün-Weiß Ilsenburg, Einheit und Germania Wernigerode, der SC Heudeber und auch weitere Blankenburger Vereine ihre Hilfe avisiert.

Das freute nicht zuletzt Bürgermeister Heiko Breithaupt (CDU), der sich am Montagnachmittag bei den Fußballern des BFV und von Eintracht Osterwieck persönlich bedankte. Sie hätten mit ihrem Einsatz den Beweis angetreten, dass gegenseitige Hilfe und Nächstenliebe hier noch funktioniere und sich die Menschen aufeinander verlassen können.

Große Entscheidungen im Januar 2020

Breithaupt betonte aber, dass es darauf ankomme, den Betroffenen auch im Januar noch weitere Unterstützung zukommen zu lassen. „In diesen Tagen ist es wichtig, Ruhe zu finden. Doch im Januar stehen große Entscheidungen an“, so Breithaupt. Dann werde es höchstwahrscheinlich darum gehen, neue Wohnungen zu finden. „Es ist schön zu wissen, dass wir auch dann auf die Fußballer zählen können“, sagte er. Er bat zudem all jene noch um Geduld, die den Betroffenen mit Sachspenden helfen möchten. Diese Hilfe müsse noch gesondert koordiniert werden.

Stand Montagmorgen ist das Spendenkonto für die Betroffenen der Hausexplosion bereits auf 26.879 Euro angewachsen. Weiteres Geld erhoffe er sich durch die große Spendengala unter dem Motto „Gemeinsam für den Regenstein“, die der Förderverein Kulturregion Blankenburg am Sonnabend, 28. Dezember, organisiert. Dort werden neben „Hans die Geige“ Wintoch aus Berlin, die Band Wito (Hildesheim), die Goosebumps (Magdeburg/Halberstadt), der Blankenburger Violinist Rex Brandenburg und der Gospelchor des Gymnasiums „Am Thie“ zu erleben sein. Beginn ist um 19 Uhr. Alle Künstler treten ohne Gage auf. Ihr Konzert wird aus dem Saal in ein beheiztes Zelt übertragen, das im Außenbereich des Alten E-Werks aufgebaut wird und rund 200 Besuchern Platz bietet. Das Eintrittsgeld sowie die Einnahmen aus dem Getränkeverkauf kommen den Betroffenen der Hausexplosion zugute.

Tickets können hier reserviert werden  sowie unter Telefon (0 39 44) 36 77 70.