Benneckenstein l Schlappe für zwei Gegner der Panzerfahrangebote am Ortsrand von Benneckenstein. Das Verwaltungsgericht Magdeburg hat vor wenigen Tagen zwei Klagen gegen die „Panzerfahrstrecke“ im Oberharzer Ortsteil Benneckenstein abgewiesen. Ob der juristische Streit damit beendet ist oder die beiden Klageführer gegen das Urteil Rechtsmittel einlegen wollen, blieb am Freitag zunächst offen. Mario Tänzer vom Ostdeutschen Fahrzeug- und Technikmuseum, der die Panzerfahrschule betreibt, reagierte erfreut auf die Entwicklung.

Letztlich ist nicht der 36-Jährige der Adressat der Klagen, sondern die Kreisverwaltung Harz. Nach Angaben des Verwaltungsgerichts Magdeburg hatten zwei Hauseigentümer, deren Gebäude sich in unmittelbarer Nähe der Fahrstrecke des „Museums der industriellen Geschichte der ehemaligen DDR“ befinden, geklagt.

„Mit den Klagen wandten sie sich gegen den vom Landkreis Harz genehmigten Betrieb einer Strecke, die insbesondere mit einem Radpanzer sowjetischer Bauart befahren werden kann. Die Kläger wollten mit den Klagen den Schutz ihrer Mieter insbesondere vor Lärmimmissionen erreichen“, so Gerichtssprecher Christoph Zieger.

Lärmemissionen hielten sich im Rahmen

Das Gericht habe die 2017 und 2018 eingereichten Klagen abgewiesen. Zur Begründung habe es ausgeführt, die von der Nutzung der Fahrstrecke ausgehenden Lärmimmissionen hielten sich im zulässigen Rahmen. Die Kammer habe sich bei ihrer Entscheidung auf entsprechende Messungen des beklagten Landkreises Harz und des Landesverwaltungsamtes gestützt, so der Gerichtssprecher weiter.

Weitere Angaben zu den beiden Klägern wollte Zieger nicht machen. Nach Informationen der Volksstimme handelt es sich bei ihnen um die Eigentümer und Vermieter von zwei Wohnblöcken an der Wernigeröder Straße in Benneckenstein. Die Kläger selbst waren am Freitag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Offenbar geht es ihnen letztlich darum, mögliche negative Auswirkungen auf die Vermietbarkeit ihrer Liegenschaft zu verhindern.

Mario Tänzer sieht in dieser Hinsicht keine Gefahr, weil die Fahrstrecke der Panzer weit von den Häusern entfernt und obendrein abgesperrt sei. Natürlich sei die Offerte seiner Panzerfahrschule insgesamt nicht unumstritten. „Das ist eine ganz extreme Sache. Es gibt Leute, die finden es gut und reisen teilweise von weither an. Und es gibt die anderen, die das rigoros ablehnen“, so der 36-jährige Anbieter, der insgesamt 13 Panzer sowjetischer Bauart im Museum stehen hat und seit zwölf Jahren Offerten zum Panzerfahren anbietet.

Darin sieht Tänzer letztlich auch ein touristisches Angebot, von dem der Harzkreis insgesamt profitiere. Er sei dabei ein Baustein mit Magnetwirkung im Gesamtkonstrukt.