Derenburg l Ein Hektar voller grüner Sträuche. An ihnen befinden sich keine Himbeeren oder Stachelbeeren, sondern eine viel exotischere Frucht: Die Goji-Beere. Der Ort ist eine Besonderheit in Derenburg, Ein unscheinbares Schild verweist an der Bleichstraße in dem Ortsteil von Blankenburg auf den „Goji-Hof“. Bernd Abel betreibt ihn seit 2011, mit ein paar Mitarbeitern.

Nun ist der Firmenchef für eine weitere Überraschung gut: Er hat das Gebäude in der Bleichstraße gekauft, in dem sich bis Ende 2017 das Indianermuseum befand. „So schnell wie möglich“, so Abel, vielleicht noch in diesem Jahr, ansonsten im Frühjahr 2019, wird er hier den ersten Bio-Markt Derenburgs errichten. „Es soll ein mittlerer Supermarkt werden, kein Tante-Emma-Laden“, sagt der Plantagenbesitzer. Im Laden wird er seine Produkte, die er bisher in einem Online-Shop anbietet, verkaufen.

Abel setzt auf regionale Produkte

Das sind nicht nur Goji-Beeren, sondern Trockenfrüchte, Natursäfte und -öle, also die als gesund angesehenen Nahrungsergänzungsmittel, die im Moment als „Superfood“, auf Deutsch übersetzt als Super-Essen im Trend liegen. Weiterhin soll es in dem neuen Supermarkt regionale Produkte zu kaufen geben.

Bilder

„Wichtig sind mir dabei gute Qualität. Es ist mein Ziel, besonders Hochwertiges anzubieten“, so der 63-Jährige. Für den Markt möchte er Mitarbeiter anstellen. „Es ist gut, dass kein großer Zeitdruck da ist.“ Obwohl es sein persönliches Ziel ist, die Eröffnung so schnell wie möglich herbei zu führen, ist ihm bewusst, dass Handwerker, Energieberater, und Maler, nicht sofort verfügbar sind. „Es bedarf eben einer Planung“, sagt der Firmenchef zuversichtlich.

Im Gebäude des Indianermuseums als Bio-Markt war er schnell überzeugt, nicht nur wegen der richtigen Größe, sondern auch den bereits vorhandenen Parkmöglichkeiten. Die Überlegung, einen Bio-Markt aufzubauen, hatte er vorher schon.

Waren sind auf Biomessen erprobt

Mit dem Kauf des Museums Anfang 2018 konnte die Planung dann konkret werden. Genug Waren, die er anbieten möchte, hat Abel bereits auf Biomessen probiert, auf der er seine eigenen Produkte ausstellt. Die Nachfrage in seinem Online-Shop nach Goji-Beeren sei groß und international. „Wir bedienen Großhändler, und liefern auch in die Schweiz und nach Österreich“, sagt der Familienunternehmer.

Das Bedürfnis nach gesunden Produkten nimmt zu, das hat Abel in den vergangenen Jahren festgestellt. „Es gibt viele Gesundheitsbewusste, aber noch zu viele Unwissende“, sagt er. Mit Unwissenden meint er Menschen, die lieber eine Vitamin-C-Tablette schlucken, als sich nach gesunden Alternativen in der Natur umzuschauen. Aber das Interesse an hochwertigen Produkten steige.

Reiche Ernte im Spätsommer erwartet

Auf die Goji-Beere und ihre Wirkung wurde machte ihn seine Frau aufmerksam. „Die Goji-Beere enthält eine vitale Vielfalt“, erklärt Abel. Der Frucht wird nachgesagt, Schlafprobleme zu lindern, das Immunsystem zu stärken und sogar Krebs vorzubeugen.

Zuverlässige Studien gibt es darüber bisher jedoch nicht. Laut Gesundheitszeitmagazinen enthält die Gojibeere in etwa so viel Vitamin-C wie heimische Früchte wie Heidelbeeren oder Äpfel. Wer die „Superfrucht“ ausprobieren möchte, sollte auf Bio-Qualität achten. „Meine Plantage erfüllt die Richtlinien des Bio-Siegels“, so Abel.

Anfang Juni blühten die Beerensträucher bereits, das sei ungewöhnlich früh gewesen. Ende August, Anfang September rechnet er mit einer reichen Ernte. Es sei denn, etwas Unvorhergesehenes passiert. „Das kann man ja nie wissen“, spricht er aus Erfahrung.