Haus am See in Stiege wird neu belebt

Im Haus am See ist es ruhig geworden, in der Corona-Pandemie kam der Betrieb zum Erliegen. Nach einem Besitzerwechsel soll es nun aufwärts gehen.

Von Katrin Schröder 03.07.2021, 09:30
Im Haus am See in Stiege soll bald wieder Leben einziehen.
Im Haus am See in Stiege soll bald wieder Leben einziehen. Foto: Tilo Breuer

Stiege - Der Blick hat es Tilo Breuer sofort angetan. „Ich bin mit den Kindern vor drei Jahren um den See gelaufen, habe geschaut und ein Eis mit ihnen gegessen“, sagt der 34-Jährige. Schon damals fiel ihm neben der idyllischen Landschaft das markante Gebäude nahe dem Ufer auf: Das Haus am See in Toplage. Inzwischen gehört es ihm, und der Wernigeröder ist entschlossen, es in wenigen Monaten wieder mit Leben zu füllen.

Es ist nicht die erste Immobilie, die Tilo Breuer aufmöbelt. „Dabei bin ich eigentlich ein Tastentäter“, sagt der Familienvater und lacht. Der IT-Fachmann arbeitete erst als Angestellter, machte sich dann selbstständig. „Doch ich habe immer gerne gebaut, mit den Händen etwas gemacht.“ Deshalb griff er zu, als 2010 ein älteres Mehrfamilienhaus in Schierke angeboten wurde – im Brockenort ist der gebürtige Wernigeröder aufgewachsen.

Breuer fing an, das Gebäude umzubauen, daraus wurde eine grundlegende Sanierung, die er in weiten Teilen eigenhändig stemmte. „Dann gab es das Nachbarhaus ebenfalls zu kaufen“, berichtet er – auch in diesem Fall lief es auf eine Komplettsanierung hinaus.

Spaß am Aufbau

Weil es mit der Dauervermietung nicht gut lief, wandelte er die Wohnungen in seinen Häusern in Ferienunterkünfte um. Für die Vermarktung konnte er das Know-how seiner IT-Firma nutzen. Rund um die Buchung lasse sich vieles automatisieren, zusätzlich stellte er Hausmeister und Reinigungskräfte ein. „Es lief gut. Mir hat es Spaß gemacht, das alles aufzubauen“, sagt Breuer.

Und es ging weiter: In Braunlage kaufte er zwei weitere Häuser, die er ebenfalls an Urlauber vermietet. Er habe Freude am Einrichten, sagt Tilo Breuer. „Ich probiere gerne etwas aus.“ Was er sich ausgedacht hat, setzt er auch selbst um, baut Holzwände, schleppt Fliesen bis ins oberste Geschoss. Dass der Chef sich für solche Arbeiten nicht zu fein sei, motiviere die Mitarbeiter, sagt der 34-Jährige. „Damit ziehe ich das Personal mit.“

Schon nach dem ersten Besuch am Stieger See hat er sich um das Haus bemüht, das er Anfang Juni übernommen hat. 1997 ist es gebaut worden, darin befinden sich 14 Ferienwohnungen mit insgesamt rund 1000 Quadratmetern Wohnfläche und ein großes Restaurant mit mehr als 100 Sitzplätzen und einer Außenterrasse im Erdgeschoss. Bis 2018 war das Haus komplett mit Restaurant und Café in Betrieb, danach liefen nur noch Vermietung und Frühstück, bis mit der Corona-Pandemie im März 2020 endgültig Schluss war. „Das Restaurant würde ich gerne wieder zum Leben erwecken“, sagt Tilo Breuer – jedoch nicht in Eigenregie, sondern unter der Leitung eines Pächters. „Für den Ort wäre es schön, wenn es hier wieder ein Angebot gäbe.“

Gut in Schuss

Der neue Eigentümer konzentriert sich derweil auf die Instandsetzung des Gebäudes. „Es ist gut in Schuss“, urteilt er. In den Wohnungen werden derzeit die Bäder und Küchen saniert, die Fußböden erneuert und die Wände gemalert. „Es geht sehr zügig voran“, so Breuer. Zuvor mussten schon die alten Möbel weichen – was er abgeben konnte, habe er verschenkt. Die neue Einrichtung für die Wohnungen und Küchen seien bereits bestellt.

Das Wichtigste lasse sich jedoch nicht mit Malerpinsel und Fliesenkleber herbeizaubern – die Aussicht auf den See mit dem Schloss und der Kirche, die am gegenüberliegenden Hang thronen. Jede Wohnung habe einen Balkon und Seeblick, sagt Breuer.

Zwar sei Stiege bisher weniger bekannt als andere Harzorte, doch er wolle Qualität bei moderaten Preisen bieten und hoffe, dass Urlauber den Oberharz-Ortsteil für sich entdecken. Der See sei als Ausflugsziel beliebt. „Bei gutem Wetter ist hier erstaunlich viel los.“

Die Schönheitskur für das Haus am See soll nun über den Sommer erledigt werden. „Fertig werden möchte ich im Oktober. Das ist eine sportliche Herangehensweise“, sagt Tilo Breuer. Das darf man wörtlich verstehen: Früher habe er viel Sport getrieben, jetzt verbrauche er seine Energie vor allem mit der Sanierung seiner Häuser. Hauptsache, es gehe vorwärts, sagt der 34-Jährige: „Stillstand ist nicht so meins.“

Tilo Breuer aus Wernigerode hat das Haus am See in Stiege gekauft und will es zu neuem Leben erwecken.
Tilo Breuer aus Wernigerode hat das Haus am See in Stiege gekauft und will es zu neuem Leben erwecken.
Foto: Katrin Schröder
Jeder der Wohnungen in dem Gebäude direkt am Ufer in Stiege verfügt über einen Balkon mit Seeblick.
Jeder der Wohnungen in dem Gebäude direkt am Ufer in Stiege verfügt über einen Balkon mit Seeblick.
Foto: Katrin Schröder