Wernigerode l Auf diesen Tag haben Wernigerodes Kinder lange hingefiebert. Wochenlang konnten sie die nigelnagelneuen Klettergeräte auf dem Spielplatz Im Stadtfelde bereits bewundern. Aber der umgestaltete Bereich des Spielplatzes war noch abgesperrt, die Arbeiten noch nicht ganz vollendet.

Am Freitag war es endlich soweit. Und wer könnte einen Spielplatz besser eröffnen als die Mädchen und Jungen selbst? Die Klasse 1c der Diesterweg-Grundschule und die Kita-Knirpse der „Quasselstrippe“ waren die ersten, die die neuen Spielgeräte ausprobieren durften.

30.000 Euro habe die Umgestaltung des Tummelplatzes am Ufer der Holtemme gekostet, informierte Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) vor dem feierlichen Scherenschnitt. Ins Auge fällt vor allen das große Piratenkletterschiff aus Holz, sicherlich der Favorit auf dem Dellnitz-Spielplatz – wie der Ort im Wernigeröder Volksmund heißt. Neu sind aber auch der Balancier-Salamander, die Federwippe und ein kombiniertes Spielgerät.

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Große Herausforderung

„Spielplätze sind ganz wichtig für die Wohngebiete“, so Peter Gaffert – gerade in einer Zeit, in der sich Kinder lieber in den heimischen vier Wänden mit Handys und Internet beschäftigen. Für die Wernigeröder Stadtverwaltung sei es allerdings eine große Herausforderung, all diese Spielplätze vorzuhalten und instandzuhalten.

Deshalb hoffe er, dass die Kinder und Erwachsenen, die diesen Ort nutzen, darauf achten, dass „alles sauber und ordentlich bleibt“, so Gaffert.

Das Kleinod an der Holtemme ist einer von 42 Spielplätze in der Stadt Wernigerode – und einer der beliebtesten noch dazu. Seinen Spitznamen „Dellnitz“ hat der Spielplatz von der benachbarten Eisdiele. Reinhold Dellnitz, der inzwischen verstorbene Besitzer, hatte in den 1950er Jahren einst den Grundstein für den Spielplatz gelegt – sozusagen. Früher habe es eine Sandkisten und einen Barren auf der anderen Straßenseite gegeben, erinnerte sich seine Witwe Rosemarie Dellnitz. In Eigeninitiative hätten sie die Spielgeräte damals auf die freie Fläche gegenüber gestellt.

Auch später hat sich Reinhold Dellnitz dem Spielplatz weiter verbunden gefühlt. Er sei oft abends hinüber gegangen und habe die Eisbecher und anderen Müll aufgesammelt. Im Gartenamt habe er sich dafür eingesetzt, dass der Platz attraktiver wird. Über die aktuelle Neugestaltung hätte er sich sicher gefreut.

So war es eine Selbstverständlichkeit, dass sich die kleinen Gäste der Spielplatz-Einweihung nach der offiziellen Eröffnung alle eine Kugel Eis aussuchen durften.