Wernigerode/Schierke l Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Das ist auch beim Dach der Schierker Feuerstein-Arena so. So habe die Architekten bereits Preise für die äußere Erscheinung der Arena mit ihrer geschwungenen Dachkons­truktion gewonnen. Die Zweckmäßigkeit der Überdachung wirft allerdings Fragen auf. Dachlawinen, Beulen in der Membran. Und jetzt ist es der unzureichende Sonnenschutz, der für Ärger und für Diskussionen zwischen der Verwaltung und Wernigerodes Stadträten sorgt.

So ist es in Saison 2018/19 vorgekommen, dass die Sonne die Eisschicht angetaut hat und die Arena stundenweise aus Sicherheitsgründen geschlossen werden musste. Das Dach sei „ansehenswert“, und die Arena eine Bereicherung für den Ort, so Roland Jung (Bund Schierker Bürger) im Schierke-Ausschuss. „Aber mir ist unverständlich, warum die Arena geschlossen werden musste, weil in der Mittagssonne das Eis getaut ist“, so der Schierker.

Christian Härtel (Linke) legte nach. „Die Dachform ist so, dass die tiefstehende Sonne die Eisfläche zu 100 Prozent bestrahlt.“ Das preisgekrönte Dach habe „null Wirkung“. Der Sonnenstand im Winter hätte bereits bei der Planung festgestellt werden können, so Härtel weiter. „Das Dach hat uns viele Millionen zusätzlich gekostet, und es garantiert uns keinen durchgängigen Winterbetrieb. Das ist ärgerlich.“

Bau der Feuerstein-Arena in Schierke

Wernigerode/Schierke (jh) l An der Feuerstein-Arena in Schierke wurde von der Grundsteinlegung im Mai 2016 bis zur Eröffnung im Dezember 2017 gearbeitet. Der Bau des Eisstadions hat rund 8,9 Millionen Euro gekostet.

  • Die Feuerstein-Arena im Wernigeröder Ortsteil Schierke ist allein aufgrund der geschwungenen Dachkonstruktion ein Hingucker geworden. Morgen beginnt hier die neue Eislauf-Ära. Foto: Frank Drechsler

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  • Grundsteinlegung für die Schierker Feuerstein-Arena: Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert (links) und Walter Möller, Chef der Schierker Feuerstein GmbH, unterschreiben den Sponsoren-Vertrag. Foto: Ivonne Sielaff

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  • Bei der Grundsteinlegung für die Schierker Feuerstein-Arena im Mai 2016 versenkt Sachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel eine Zeitkapsel. Foto: Ivonne Sielaff

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  • Die Grundsteinlegung für die Feuerstein-Arena in Schierke erfolgt Mitte Mai 2016. Foto: Ivonne Sielaff

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  • Wegen des Wintereinbruchs in Schierke müssen die Bauarbeiten an der Feuerstein-Arena im Januar 2017 unterbrochen werden. Foto: Ivonne Sielaff

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  • Im Mai 2017, ein Jahr nach der Grundsteinlegung, liegen die Bauarbeiten an der Schierker Feuerstein-Arena voll im Zeitplan. Allerdings wird die Finanzierung des Eisstadions kritisiert. Foto: Ivonne Sielaff

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  • Die Baustelle der Schierker Feuerstein-Arenaim Juli 2017, kurz bevor die Einzelteile für die Dachkonstruktion geliefert werden.Zu dieser Zeit liegt die Förderung vorerst auf Eis. Foto: Matthias Bein

    Die Baustelle der Schierker Feuerstein-Arenaim Juli 2017, kurz bevor die Einzelteile für die...

  • Mitte August 2017 beginnen die Bauarbeiter, die auffällige Dachkonstruktion für die Feuerstein-Arena in Schierke zu montieren. Foto: Winfried Borchert/Brockenballon

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  • Die Feuerstein-Arena in Schierke nimmt Gestalt an. Die Dachkonstruktion wird Mitte August 2017 montiert.  Foto: Winfried Borchert/Brockenballon

    Die Feuerstein-Arena in Schierke nimmt Gestalt an. Die Dachkonstruktion wird Mitte August 2017 mo...

  • Einen Großteil der Bauarbeiten an der Schierker Feuerstein-Arena widmen die Arbeiter der aufwendigen Dachkonstruktion. Foto: Ivonne Sielaff

    Einen Großteil der Bauarbeiten an der Schierker Feuerstein-Arena widmen die Arbeiter der auf...

  • Bauarbeiter Patrick Supanz (von links) stößt beim Richtfest in der Schierker Feuerstein-Arena mit Wernigerodes Stadtratspräsident Uwe-Friedrich Albrecht (CDU), Walter Möller von Schierker Feuerstein, Architekt Lars Krückeberg und Wernigerodes Oberbürgermeister Peter Gaffert an. Foto: Ivonne Sielaff

    Bauarbeiter Patrick Supanz (von links) stößt beim Richtfest in der Schierker Feuerstein...

  • Die Fortschritte am Schierker Eisstadion, der Feuerstein-Arena, können via Webcam auch im Internet verfolgt werden. Screenshot: Julia Bruns

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  • Im September 2017 gehen die Bauarbeiten an der Schierker Feuerstein-Arena in die Endphase. Am 15. Dezember 2017 soll die Arena eingeweiht werden. Foto: Katrin Schröder

    Im September 2017 gehen die Bauarbeiten an der Schierker Feuerstein-Arena in die Endphase. Am 15....

  • Nachdem der Schierker Feuerstein-Arena Mitte September 2017 das eigentliche Dach aufgesetzt wird, ist sie auch von weit oben gesehen ein Blickfang des Brockenortes. Foto: Matthias Bein

    Nachdem der Schierker Feuerstein-Arena Mitte September 2017 das eigentliche Dach aufgesetzt wird,...

  • Die Membran der Schierker Feuerstein-Arena erscheint von unten braun. Mitte Oktober 2017 ist kurz vor der Fertigstellung auch öfter sonntags Betrieb auf der Baustelle. Foto: Julia Bruns

    Die Membran der Schierker Feuerstein-Arena erscheint von unten braun. Mitte Oktober 2017 ist kurz...

  • Für die feierliche Eröffnung der Feuerstein-Arena in Schierke am 15. Dezember scheint Anfang Dezember 2017 alles bereit. Seit der ersten Woche des Monats wird in dem Stadion Eis produziert. Foto: Ivonne Sielaff

    Für die feierliche Eröffnung der Feuerstein-Arena in Schierke am 15. Dezember scheint A...

Grüne kritisieren Abholzung von Bäumen

Das Problem sei bereits mit dem Abholzen der natürlichen Beschattung entstanden, hieß es von Sabine Wetzel (Bündnis 90 /Die Grünen). „Und jetzt haben wir wieder zusätzliche Kosten, weil wir versuchen müssen, die Sonne auszusperren.“

Die Kälteanlage wird in der Feuerstein-Arena mit dem Kühlmittel Glykol betrieben. „Damit können wir unter Volllast auf minus 10 Grad runterkühlen“, erläuterte Arenachef Andreas Meling. Wenn allerdings die Sonne auf das Eis scheint, werde die obere Schicht weich. Es gebe andere Anlagen, die mit Ammoniak arbeiten und minus 30 Grad schaffen würden. „Aber eine Ammoniakanlage wäre nicht genehmigt worden – wegen der Nähe zur Bode und zum Trinkwassereinzugsgebiet.“ Die Arena sei open air, und „wir haben nun mal mit Wind und Witterung zu kämpfen“. Es sei eine „bewusste Entscheidung“ gewesen, keine Halle zu bauen, so Meling an die Stadträte gewandt. Das Problem könne tatsächlich nur gelöst werden, „wenn wir die Sonneneinstrahlung in Griff bekommen“.

Oberbürgermeister Peter Gaffert (parteilos) hat einem möglichen Sonnenschutz jedoch schon mal eine Absage erteilt. Er halte nichts davon, „mit großem Aufwand etwas zu errichten, das wir nur drei Tage im Jahr brauchen“. 22 Grad im Februar gebe es nicht jedes Jahr. Und die Wintersaison sei insgesamt sehr gut gelaufen. „Wenn es mal fünf Tage nicht funktioniert, ist das nicht schön. Aber man kann auch nicht sagen, es ist alles Murks.“

Wernigerode verhandelt mit Arena-Planern

Wie Gaffert informierte, stehen in Kürze mit den Planern Gespräche über verschiedene Bau- und Planungsmängel der Sportstätte an. „Das ist nur in unserem Interesse“, so der Oberbürgermeister. „Die Arena hat viel Geld gekostet und soll ja ein paar Jahre halten.“

Hintergrund: Die Stadt Wernigerode hat die Arena für neun Millionen Euro erbauen lassen. Die Freizeitstätte wird auch von der Stadt betrieben. Weil Ausgaben für den Betrieb die Einnahmen übersteigen, muss die Stadt finanziell zuschießen. Der jährliche Zuschuss wurde von den Stadträten per Beschluss auf 200.000 Euro begrenzt.