Wernigerode l Die Rodelbahn am Barenberg könnte aus ihrem Dornröschenschlaf erlöst werden – wenn es nach den Schierker Rodel- und Bobsportlern geht. Der Verein plant für 2019 und 2020, die 250 Meter lange Natureisbahn südlich des Parkhauses Am Winterbergtor gründlich zu sanieren. Anstelle der verwitterten Betonteile aus den 1970er Jahren und schnell faulender Holzplanken soll eine glatte Vollbetonpiste aufgebaut werden.

„Damit wäre eine ganzjährige Nutzung möglich“, erläuterte Jörg Augustin in der jüngsten Sitzung des Kultur- und Sportausschusses. Wie der Projektverantwortliche unter den Schierker Rodlern sagte, könnten Sportler in der eisfreien Zeit auf Tausendfüßlern – Schlitten mit Rädern – die Bahn herabsausen. Zudem könnten auch Bobfahrer und Skeletonis im Eiskanal trainieren.

Kostenpunkt für das ambitionierte Vorhaben: „Nach einer ersten gesicherten Berechnung des Planungsbüros kalkulieren wir mit 683.000 Euro“, berichtete Augustin. Um diese Summe zu stemmen, setzen die Schierker auf einen Schulterschluss mit den Rodelclubs in Ilsenburg und Blankenburg. Die Hälfte des benötigten Geldes soll vom Land Sachsen-Anhalt fließen. „Auf der Prioritätenliste, die der Kreissportbund einreicht, ist dieses Projekt die Nummer 1“, sagte Augustin. Damit sei eine Förderung „sehr wahrscheinlich“.

Zuschuss von 50.000 Euro benötigt

Hilfe habe ebenfalls der Rodel- und Bobsportverband Sachsen-Anhalt zugesichert. Der Bundesverband BSD und der Internationale Rennrodelverband FIL hätten jeweils 25.000 Euro zugesichert, wenn die Sanierung öffentlich gefördert wird. Nach den Plänen der Rodler müsste Wernigerode über zwei Jahre verteilt 50.000 Euro zuschießen, Ilsenburg und Blankenburg jeweils 25.000 Euro.

„Wenn sich die drei Städte zusammen engagieren, um die Rodeltradition im Harz zu retten, wäre das ein gutes Signal“, reagierte Angela Gorr im Kultur- und Sportausschuss auf den Vorstoß. Der CDU-Abgeordneten pflichtete Kulturamtsleiterin Silvia Lisowski bei: „Damit die Vereine trainieren können und Mitglieder gewinnen, brauchen sie eine Sportstätte.“ Das Projekt verdiene „unbedingt Unterstützung“, sagte Martina Tschäpe. Die SPD-Stadträtin erhofft sich vom Projekt „weiteren Schwung“ für die Ortsentwicklung in Schierke.

Der Schierker Rodel- und Bobsportverein wolle als Bauherr und Antragssteller die Anlage als Trainingsstätte betreiben. „Der Stadt entstehen keine Folgekosten“, erklärt der Projekbetreuer. Darüber hinaus sei denkbar, die Betonbahn Touristen zur Verfügung zu stellen – zum Beispiel für Funsport oder Jedermann-Bobfahren, wie es im Entwurf heißt. „Das wäre allerdings nicht Teil unserer Arbeit“, betont Augustin.