Rübeland l Während auch an diesem Wochenende wieder zahlreiche Besucher und Autos an den Attraktionen rund um die Rappbodetalsperre erwartet werden, geht die Arbeit an dem Projekt zur Verbesserung der Parkplatzsituation in die nächste Phase.

Bereits seit März wird intensiv an Plänen für eine naturverträgliche Erweiterung der von Besuchern und Betreibern gleichermaßen geforderten zusätzlichen Stellplätze gearbeitet. Insgesamt 240 neue Parkplätze sollen zu den derzeit oft voll besetzten 125 Parkflächen am Zugang zur Hauptattraktion Hängeseilbrücke entstehen. Die dafür notwendige 9700 Quadratmeter Fläche sollen an einer anderen Stelle im Zuge eines Waldumtauschverfahrens aufgeforstet werden, um den Verbrauch von Naturflächen auszugleichen.

Kritiker wie Katja Nitsche aus Hasselfelde und ihr Partner Maik Breternitz haben bereits Widerstand signalisiert. Straßenbauexperten wie Baurat a. D. Werner Bleßmann aus Trautenstein sehen das Projekt als notwendig vor allem für die Verkehrssicherheit in dem neuralgischen Bereich am Tunnel der Straße von der Rappbodetalsperre nach Rübeland an. „Außer um die Sicherheit geht es zugleich um die schnellere Zugänglichkeit der Attraktion für die Touristen, dafür sollte die Erweiterung schon vorgenommen werden“, so Bleßmann. Lange war auch nach anderen Varianten zur Entlastung gegen die ohnehin nicht abwendbaren und für die Region eigentlich positiven Zuströme von Gästen gesucht worden.

Kein fester Fußweg

So gab es die Idee, die Straße zeitlich befristet bis zum Bau der neuen Parkplätze als Einbahnstraße zu führen. Auch eine Verbreiterung der Straße zum Parken am Straßenrand – ähnlich wie an der Bundesstraße 4 nahe Torfhaus – wurde diskutiert, aber wohl wegen der Kosten verworfen. Ebenso das Anlegen eines festen Fußweges neben der Straße.

„Wir können eine Landesstraße, die für den überregionalen Verkehr gewidmet wurde, nicht zur Parkmeile machen“, sagt Stefan Hörold, Chef der Landesstraßenbaubehörde West. Zum Projekt der Parkplatzerweiterung selbst äußerte er sich nicht. „Das ist jetzt hauptsächlich Sache der Stadt Oberharz am Brocken“, so Hörold. Seine Behörde werde sich im Zuge des Planungsverfahrens bei der Anhörung zu dem Vorhaben äußern. Das rückt nun auch in Sichtweite.

Der direkt betroffene Ortschaftsrat Rübeland behandelt die nötigen Flächennutzungs- und Baupläne in seiner Tagung am 15. November. Anfang Dezember werden der Bau- und Ordnungsausschuss und am 11. Dezember der Stadtrat Oberharz am Brocken über die Parkplatzerweiterung beziehungsweise die „Freizeitanlage Rappbodetalsperre“, wie das Projekt auch heißt, befinden. In bereits erfolgten ersten Stellungnahmen seien keine gravierenden Einwände gegen die seit längerem vorliegenden Pläne und die damit verbundene Aufforstung von Ausgleichsflächen im Wald vorgebracht worden, wie zu erfahren war.

Inzwischen seien die Pläne weiter gediehen und auch weiter entwickelt worden, hieß es, so dass die aktuellen Ausarbeitungen demnächst erneut den Trägern öffentlicher Belange wie etwa der Landesstraßenbaubehörde West vorgelegt werden können und müssen.

Parkplätze an Hotel legal?

„Die Frist für die Auslegung soll ab Mitte Dezember beginnen. Ab diesem Zeitpunkt wird der Landkreis durch Behördenbeteiligung mit einbezogen“, teilte die Kreisverwaltung Harz auf Nachfrage mit. Sie werde dann nicht nur die aktuellen Pläne bewerten, sondern habe zugleich auch ein Auge haben auf die Frage, ob die derzeit am Hotel und Reiterhof Zur Talsperre angebotenen Parkplätze alle legal eingerichtet wurden. Das war zuletzt von der Kreisverwaltung zumindest teilweise infrage gestellt worden.

„Zur Klärung über den Bestandsschutz der entsprechenden Parkplätze wurde ein ordnungsbehördliches Verfahren eingeleitet. Im Rahmen der Anhörung wird dem Betreiber die Möglichkeit zur Aufklärung des Sachverhaltes gegeben“, kündigte Matthias Schönhardt vom Kreisbauordnungsamt an.Parallel wird derzeit die Straße vom Parkplatz in Richtung Rübeland (L 96) mit modernem Kompaktasphalt ausgestattet und trotzdem der Zugang zur Talsperre gewährleistet.

Eigentlich sollte die Trasse nach nur achtwöchiger Bauzeit bereits am morgigen Sonntag, 11. November, wieder befahrbar sein. Das verzögert sich jedoch etwas, wie Stefan Hörold am Freitag mitteilte. Als neuen Freigabetermin nannte er kommenden Mittwoch, 14. November. Danach würden Schutz- und Leiteinrichtungen installiert, aber nur unter punktueller Einziehung eines Fahrstreifens.