Rübeland l So manche Familie ist auf ihrem Weg in eine der beiden Rübeländer Tropfsteinhöhlen schon in eine Warteschlange geraten, nebst quängelnden Kindern oder einer Wanderempfehlung zum Hohen Kleef, die etwa bei strömenden Regen auch keinen Wanderspaß bringen mag. Manche kehrten da schon um.

Hauptgrund für die zeitweise langen Wartezeiten vor den schützenden, immer um acht Grad warmen/kühlen Höhlen ist deren Beliebtheit. Vor allem in den Ferien ist der Andrang manchmal so groß, dass die höchstmöglichen Höhlenführungen nicht ausreichen, um einen einigermaßen zügiges Vorankommen für die Besucher zu sichern. Bei bis zu einer Stunde Wartezeit sei das Verständnis der Besucher meist noch recht groß, bei Wartezeiten bis zu drei Stunden ende es für viele. „So zum Beispiel am Montag, 19. Oktober 2015, oder auch gerade erst wieder zu den Winterferien diesen Februar“, wie Mittelständler Holger Fraustein von Besuchern in seinem Café und seinen Kiosken zu berichten weiß. Fraustein kritisierte deshalb öfter schon die Führung vom Tourismus- und Höhlenbetrieb Oberharz. Dort wurde von den Leitern Thomas Schult und Markus Mende und ihrem Team ohnehin an einer Verkürzung der Wartezeiten gearbeitet. Online-Tickets bringen seit Mai erste Abhilfe.

Führung vorab buchen

Dabei kann der Gast Tag und Uhrzeit seiner Führung vorab buchen und spart sich so lange Wartezeiten vor dem Höhleneingang. „Das Angebot wird angenommen, wir sind aber noch in der Testphase“, sagt Markus Mende. Vom Ablauf und von der Abrechnung her müssten noch Erfahrungen gesammelt werden. Der Beginn sei aber vielversprechend. Bei der nächsten Stoßzeit müsse sich zeigen, ob und wie gut die Online-Tickets den Andrang abfedern werden.

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Ganz verschwinden werden die Warteschlangen zumindest zeitweise sicher nicht. Denn das System der Führungen ist gemäß bergrechtlichen und naturschutzrechtlichen Vorgaben ausgereizt. Maximal 50 Besucher könnten mit einer Führung in den Berg, maximal viermal pro Stunde. Fünf Höhlenführer stünden in Spitzenzeiten für die Besucher pro Tag bereit, informierte Mende. Die Gesamtzahl die Besucher liege bei durchschnittlich 170 - bis 180 000 pro Jahr. Etwa ein Drittel davon kommt in den Sommer- und den Winterferien.

Andrang besser verteilen

Dabei dürfe nicht vergessen werden, so Mende weiter, dass die Besucherströme außerhalb von Stoßzeiten Hochsaison oder in den Ferien nach dem Frühstück wieder abflauen. Die Online-Tickets sollen nicht nur helfen, Besuchern lange Wartezeiten zu ersparen, sondern auch, den Andrang und den Führungsbetrieb zeitlich besser zu verteilen. Wie das gelingt, wird sich im Sommer zeigen.

im Internet buchbar sind Höhleneintrittskarten für beide Rübeländer Naturwunder über: harzer-hoehlen.de