Kultur

Waldbühne Benneckenstein wird für Theaternatur-Festival neu ausgestattet

Das Theaternatur-Festival in Benneckenstein wirft seine Schatten voraus. Rund um die Waldbühne wird derzeit auf Hochtouren gearbeitet, um die Spielstätte auf Vordermann zu bringen. Diese präsentiert sich dem Publikum anders als bisher.

Von Katrin Schröder 22.07.2021, 07:45
Der neue Regie-Container vor der Waldbühne in Benneckenstein dient beim Theaternatur-Festival künftig als technische Schaltzentrale.
Der neue Regie-Container vor der Waldbühne in Benneckenstein dient beim Theaternatur-Festival künftig als technische Schaltzentrale. Foto: Katrin Schröder

Benneckenstein - Das Mischpult für den Ton ist noch nicht angeschlossen. „Die Steuerung für die Beleuchtung kommt noch hinzu“, sagt Marcel Prinz. Dort wo der technische Leiter des Theaternatur-Festivals in Benneckenstein steht, nehmen später Regie und Technik Platz. Aus dem knallblauen Container heraus haben sie den kompletten Überblick über die Waldbühne, auf der am Freitag, 6. August, der Startschuss für das diesjährige Theaternatur-Festival fällt.

Dafür hat der Verein Kulturrevier Harz als Veranstalter in die Infrastruktur rund um die Spielstätte investiert. Ermöglicht habe dies das Bundesprogramm „Neustart Kultur“, mit dem angesichts der Corona-Krise Investitionen in kulturelle Einrichtungen bezuschusst werden.

Mit insgesamt rund 500.000 Euro Fördergeld plus Eigenanteil konnte der Kulturrevier-Verein einiges bewegen, berichtet der Vorsitzende Volker Herholt. Die vier leuchtend blauen Überseecontainer, die allein mit rund 110.000 Euro zu Buche schlafen, werden für Gastronomie, Regie, Kasse und als Lager genutzt. Die beiden großen 20-Fuß-Container für Regie und Gastronomie ließen sich an der Längsseite auffalten und seien dadurch flexibel nutzbar, erklärt Jan-Hendrik Hermann. Nach Bedarf werden sie im Inneren ausgebaut – der Gastrocontainer etwa werde derzeit mit Tresen, Spülbecken und Grill ausgestattet, so Herold. „Professionalisierung“ sei das passende Stichwort.

Jederzeit spielbereit

Der Vorteil der Container sei zudem, dass sie jederzeit problemlos abtransportiert werden können – im Außenbereich rund um die Waldbühne sind keine festen Bauten erlaubt. Zugleich sind sie aber solide genug, um vorläufig auf dem Gelände stehen zu bleiben. Bisher mussten Ausrüstung und Aufbauten jedes Mal auf- und wieder abgebaut werden – „ein riesiger Kraftakt“, so Herholt. Dies kann man sich nun sparen, was angesichts der geplanten Ausweitung des Veranstaltungsprogramms helfe. „Ziel ist, dass man jederzeit spielbereit ist“, so Prinz.

Eine weitere Neuanschaffung des Vereins ist das Waldmobil. Das Gefährt bietet eine bewegliche Bühne, die an der Waldschneise wie andernorts zum Einsatz kommt. Genutzt werden soll es aktuell für die „Freiluftkultur“: Das Format wurde 2020 neu in den Festival-Spielplan aufgenommen. Im kommenden Jahr könnte es dem Theaterangebot für Schulen dienen – ein Projekt, auf das sich Dramaturgin Lena Fritschle freut. Schon 2020 habe man Theater im Klassenzimmer spielen wollen – wegen Corona war dies aber nicht möglich. „Wenn wir nicht in die Klassenzimmer dürfen, dann erobern wir die Schulhöfe“, sagt Fritschle – mithilfe des Waldmobils.

Im Sinne der Inklusion sind zwei Neuerungen, von denen Besucher mit Beeinträchtigungen profitieren. Der Eingang soll barrierefrei gestaltet werden, eine Toilette werde zudem rollstuhlgerecht eingerichtet, so Volker Herholt. Zwar sei das Gelände nicht überall barrierefrei. „Aber wir versuchen, das stückweise auszubauen“, so Jan-Hendrik Hermann.

Neue Möglichkeiten bietet die Tontechnik. Unter anderem könne man damit eine Tonunterstützung für schwer- und schwersthörige Besucher anbieten. Die Geräte dazu würden an der Kasse kostenlos ausgeliehen. „Perspektivisch wäre es ebenso möglich, einen Blindenkommentar anzubieten“, so Herholt.

Das Waldmobil wurde für verschiedene neue Veranstaltungsfomate  in Benneckenstein und Umgebung angeschafft.
Das Waldmobil wurde für verschiedene neue Veranstaltungsfomate in Benneckenstein und Umgebung angeschafft.
Foto: Katrin Schröder