Wernigerode l Für eines der langwierigsten Wohnungsbau-Projekte in Wernigerode ist ein Ende in Sicht: In ihrer jüngsten Sitzung haben die Mitglieder des Bauauschusses einstimmig den überarbeiteten Planentwurf für sieben Mehrfamilienhäuser und acht Einzelhäuser samt Tiefgarage auf der Brache zwischen Lindenallee und Walther-Rathenau-Straße weiter empfohlen. Der Stadtrat kann für das Wohngebiet Küchengarten in seiner nächsten Sitzung am Donnerstag, 5. November, grünes Licht geben.

Anwohner der Walther-Rathenau-Straße fürchten vor allem Schäden an ihren Häusern, wenn die Tiefgarage den Grundwasserspiegel absenke. Die Wahrscheinlichkeit dafür sei „sehr gering“, so Andreas Ogroske von der HGN Beratungsgesellschaft vor dem Bauausschuss. Die Planer hatten hydrogeologische Daten zum Baugrund aus viereinhalb Jahren bis Ende 2019 ausgewertet. Für etwaige Schäden an Nachbargrundstücken ist eine Beweissicherung vorgesehen. Zulässige Lärmpegel würden in der Nachbarschaft durch das Projekt ebenfalls nicht überschritten, hieß es in der Sitzung weiter.

Hintergrund: Das Gelände der ehemaligen Gorki-Schule gilt seit deren Abriss 2011 als eines der letzten innerstädtischen Filetstücke Wernigerodes. Seit 2013 beschäftigen sich Stadtrat und -verwaltung mit der Bebauung der Brache. Nach einem Plagiatsskandal bei einem Architekturwettbewerb für das Areal wurde 2015 das Bebauungsverfahren für das Wohngebiet eingeleitet.