Frau Steinig, was liegt Ihnen zum Jahresbeginn besonders am Herzen?
Helga Steinig: Ich möchte allen Bürgerinnen und Bürgern ein gesundes neues Jahr wünschen und mich vor allem für die Aktivitäten bedanken. Wir haben in Mose keinen Kulturverein, aber trotzdem viele Leute, die sich ehrenamtlich für das Dorfleben engagieren. Diese Gemeinschaft macht unseren Ort aus.

An welche Initiativen denken Sie da besonders?
An das Teichfest, das Kinderfest und die Seniorenweihnachtsfeier. Um das Teichfest und die Seniorenweihnachtsfeier kümmert sich das Team um die stellvertretende Ortsbürgermeisterin Sylva Heiland. Zu diesem Organisationskreis gehören viele jüngere Leute. Auch die Feuerwehr und deren Förderverein sind immer dabei, wenn eine Gemeinschaftsaktion im Dorf auf die Beine gestellt wird. Zudem verfügt Mose über eine aktive Kinderfeuerwehr, die von den Jüngsten des Ortes gut angenommen wird. Das Kinderfest in Mose wird vor allem von jungen Eltern gestaltet, bei der Seniorenweihnachtsfeier kümmere ich mich gerne um das Kulturprogramm. So tragen viele Einwohner des Ortes zum öffentlichen Leben bei.

Die Karten in der Kommunalpolitik können in diesem Jahr neu gemischt werden, am 26. Mai werden ein neuer Stadtrat und neue Ortschaftsräte gewählt. Was bedeutet dieses Datum für Sie?
Ich werde zu den Kommunalwahlen nicht mehr antreten, also anschließend auch keine Ortsbürgermeisterin mehr sein. Ich bin dann 70 Jahre alt. Eigentlich wollte ich schon zur letzten Wahl aufhören, aber da haben mich viele Bürger gebeten, weiter zu machen. Der Nachwuchs war zwar schon da, wollte aber noch einige Zeit laufen lernen. Nun ist die junge Generation so weit, dass sie Verantwortung übernehmen kann.

Es gibt offenbar viele schöne Momente in Ihrem Leben als Ortbürgermeisterin. Bereitet Ihnen manches auch Bauchschmerzen?
Es gibt Belastungen, die an Mose heranrücken. Da ist zum einen die Autobahn A14, die etwa 500 Meter vom Ort entfernt entlangführen wird. Ich habe nichts gegen die A14, aber für Mose wäre ein Lärmschutz dringend erforderlich. Besonders bei West- und Nordwestwind wird es zu erheblichen Lärmbelästigungen kommen. Wir haben einen Lärmschutzwall in unseren Stellungnahmen gefordert, diese Forderungen blieben ungehört.

Außerdem soll die Deponie der Firma Papenburg Richtung Mose erweitert und dafür über 13 Hektar Wald abgeholzt werden. Und: Der Farsleber Recyclinghof befindet sich bereits jetzt in unmittelbarer Nähe der Häuser.

Der Dorfteich liegt Ihnen schon lange am Herzen, viele Jahre haben Sie für dessen Sanierung gekämpft. Nun ist der Erfolg greifbar. Was erwartet die Bürger?
Ich freue mich wirklich, dass endlich Mittel für die Teichsanierung bereitstehen, sogar noch vor meinem Amtsende fließen sollen. Mit der Förderung aus dem Dorfentwicklungsprogramm ist die Sanierung endlich möglich. Doch nicht nur das: Auch das gesamte Umfeld wird neu gestaltet. Das ist sehr schön, weil der Teich einerseits Löschteich und Schauplatz unseres Teichfestes ist, aber auch das gesamte Jahr über Menschen gerne dort rasten, sowohl Bürger unseres Ortes als auch Radfahrer und Wanderer. Der Teich liegt direkt am Jakobsweg. Ihnen allen wird nach der Sanierung eine überdachte Sitzgelegenheit zur Verfügung stehen, eine sogenannte Jägerhütte.

Für eine zweite Jägerhütte am Raketendenkmal werden wir sicher woanders Geld auftreiben.

Gibt es Belastungen während der Bauarbeiten am Teich?
Die Arbeiten werden voraussichtlich Ende August beginnen, nach dem Ende der Vogelbrutzeit. Deshalb werden wir unser Teichfest vor den Sommerferien feiern. Rücken die Baufahrzeuge an, braucht der Schlamm nicht abtransportiert zu werden, da er nicht belastet ist. Es gab bereits mehrere Vorort-Termine mit dem Ingenieurbüro, der Ortschaftsrat kennt die Vorplanungen und hatte dabei ein Mitspracherecht.

Ortsbürgermeister haben kein eigenes Budget, müssen eng mit der Stadtverwaltung zusammenarbeiten. Läuft`s?
Ja, aber es wird ein paar Änderungen geben. In einer Zusammenkunft der Ortsbürgermeister mit der Bürgermeisterin Marlies Cassuhn haben wir festgelegt, dass ab jetzt immer ein Fachdienstleiter an den Ortschaftsratssitzungen teilnimmt. Die Fachdienstleiter können dafür sorgen, dass Beschlüsse und Anliegen des Ortschaftsrates direkt an die zuständige Stelle im Rathaus geleitet werden, ohne dass erst ein Protokoll vorliegen muss. Diese kurzen Informationswege können uns helfen.

Außerdem hat es mich im vergangenen Jahr sehr gefreut, wie akkurat die Grünpflege ausgeführt wurde: Die Büsche am Kulturhaus wurden sehr ordentlich beschnitten sowie die erfrorenen Sträucher im Dorf ersetzt.

Bleiben noch Wünsche offen?
Ich wünsche mir wirklich, dass die Fördermittel für den Teich rechtzeitig da sind.