Haldensleben / Niederndodeleben l Noch immer gehen Christoph Lampe (30) und seiner Freundin Juliane Valentin (33) die Erinnerungen an die Nacht zum 4. Dezember nicht aus dem Kopf. Das wird auch deutlich, als am Mittwoch ihr selbstloser Einsatz in dieser Nacht im Polizeirevier Börde in Haldensleben in besonderer Weise gewürdigt wird. „Wenn Sie nicht dagewesen wären, hätten wir vielleicht jetzt eine Todesursachenermittlung führen müssen“, erklärt Revierleiterin Nicole Gründler und würdigt das „beispielhafte, couragierte Verhalten“ der Beiden.

Christoph Lampe und Juliane Valentin haben in dieser besagten Nacht einen Brand in einem Haus in der Niederndodeleber Mittelstraße bemerkt und ein Rentnerehepaar (78 und 85) durch ihr schnelles Eingreifen vor dem Flammentod bewahrt. „Das ist ein Erlebnis, was einem niemand mehr nimmt“, vermutet Christoph Lampe.

Durch Zufall in der Nähe gewesen

Im Nachhinein sprechen er und seine Freundin von mehreren Zufällen. Einerseits sind sie nachts um 2.15 Uhr normalerweise nicht auf der Straße unterwegs. Nur weil er einen Teil der Einkäufe zu Hause in Irxleben gelassen hatte und davon etwas benötigte, sind sie noch einmal losgefahren. Auch führt der Weg von Juliane Valentins Zuhause gleich um die Ecke nach Irxleben sonst selten durch die Mittelstraße. Doch dass es in dieser Nacht anders als üblich war, hat vermutlich zwei Menschen das Leben gerettet.

Und dann war es, wie Christoph Lampe sagt, „Multitasking in fünf verschiedenen Dingen“. Der Feuerwehrkamerad der Irxleber Ortsfeuerwehr informierte parallel zur Rettung des Hausbewohners die Leitstelle und ist dann mehrmals ins Haus gelaufen, um die Frau und die schreiende Katze zu retten. Mehrmals stand er vor der Feuerwand, beim Versuch, zu entkommen, hat er sich die Haare versengt und auch einige Brandblasen davongetragen. „Als er rauskam, kam richtig Qualm aus seinen Sachen“, schildert Juliane Valentin die Eindrücke der Nacht. Die wenigen Minuten, die zwischen dem Entdecken des Feuers und der Ankunft des ersten Feuerwehrfahrzeuges vergangen sind, kamen den Beiden sehr lang vor.

Christoph Lampe brauchte vor Ort etwas Sauerstoff, um wieder richtig Luft zu bekommen, und plagte sich anschließend mit einem Schnupfen herum. Was alles hätte passieren können, wurde ihm erst später bewusst. „Es hätte ja auch eine Durchzündung geben können.“ Dennoch ist er sich sicher, dass ihm seine Feuerwehrkenntnisse bei der Rettung im Inneren des Hauses geholfen haben.

Dank auch von der Feuerwehr

Dass sie die Katze zunächst nicht retten konnten, stimmte Christoph Lampe und Juliane Valentin traurig. „Knöpfchen, die rote Lieblingskatze, ist wieder da“, freut sich Juliane Valentin jetzt. Wahrscheinlich war sie durch eines der eingeschlagenen Fenster entkommen.

Doch nicht nur von Seiten der Polizei kommt der Dank an die Lebensretter, sondern auch von der Feuerwehr. Aus Niederndodeleben, Irxleben, Hermsdorf und Hohendodeleben waren in der Nacht Einsatzkräfte vor Ort. „Dank der Vorarbeit durch die Beiden war es für uns ein normaler Einsatz, die Personen waren gerettet und das Feuer im Eingangsbereich des Hauses war schnell aus“, erklärt der Gemeindewehrleiter der Gemeinde Hohe Börde, Axel Klitschke.