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Trauer um Lokalpolitiker in der Börde "Der Schock sitzt tief": Meseberg verliert Wolfgang Schulze

Die prägende Stimme Mesebergs und langjähriger Ortsbürgermeister ist gestorben. Die Gemeinde Niedere Börde verliert damit einen engagierten Gestalter und Zuhörer.

Von Sebastian Pötzsch Aktualisiert: 22.01.2026, 18:02
Um das Urgestein der Kommunalpolitik in der Niederen Börde, Wolfgang Schulze aus Meseberg, herrscht große Trauer.
Um das Urgestein der Kommunalpolitik in der Niederen Börde, Wolfgang Schulze aus Meseberg, herrscht große Trauer. Archivfoto: Sebastian Pötzsch

Meseberg - So kannten ihn alle in seinem Heimatort: Wolfgang Schulze tourte mit seinem „Dienstfahrrad“ durch die Straßen von Meseberg. Auf seinem roten Velo der DDR-Marke „Diamant“ sitzend hob er seinen Arm, um all jene zu begrüßen, die ihm über den Weg liefen. Nicht selten stoppte er für ein Schwätzchen über Gott und die Welt. Natürlich hatte er dabei auch immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte seiner Bürger. Und das seit mehr 50 Jahren.

Nun ist der Meseberger Ortsbürgermeister und Ratspolitiker der Niederen Börde verstorben. Damit reißt Wolfgang Schulze ein großes Loch in das gesellschaftliche sowie kommunalpolitische Geschehen der Gemeinde.

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Trauer auch in Gutenswegen

„Wenn Wolfgang etwas gesagt hat, stand er voll dahinter, und das hat er auch durchgesetzt“, erinnert sich Lothar Chelvier aus Gutenswegen, einer seiner politischen Wegbegleiter. Beide bestimmten über Jahrzehnte die Geschicke ihrer Gemeinden und später der Einheitsgemeinde Niederen Börde mit. „Er hat nie rumgeeiert. Das kannte ich nicht von ihm“, erinnert sich Lothar Chelvier weiter.

Doch auch unter jungen Kommunalpolitikern herrscht Trauer: „Die Erfahrungen des Urgesteins werden uns fehlen“, sagt Dahlenwarslebens Ortsbürgermeister und Ratsmitglied Dominik Richter. „Der Tod von Wolfgang Schulze wird eine große Lücke reißen. Er war ein väterlicher Erklärer und ist immer ruhig geblieben.“

Lobende Worte aus Dahlenwarsleben

„Wolfgang Schulze hat viel auf die Beine gestellt, ist in der Region bekannt und hat aus seinem Heimatort das gemacht, was er jetzt ist“, sagt Gemeindebürgermeister Stefan Müller. Der Schock sitze tief. „Wir sind natürlich in Gedanken bei seiner Frau, den Kindern und Enkeln“, sagt Stefan Müller weiter. „Wir wünschen seiner großen Familie viel Kraft.“

Wolfgang Schulze engagierte sich schon früh für seinen Heimatort Meseberg. Der gelernte Elektromonteur war unter anderem im örtlichen Sportverein aktiv. Im Jahr 1973 hatte er den Vorsitz übernommen. 1974 wurde er in den Ortschaftsrat gewählt.

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Seit den 1970er Jahren in der Politik

Mit der politischen Wende im Jahr 1989 wurde auch die Kommunalpolitik umstrukturiert. 1990 folgten die ersten freien Wahlen. Schulze schaffte es in den neuen Gemeinderat von Meseberg. Auf das Amt des Gemeindebürgermeisters verzichtete er zunächst.

Mit der Gründung der Einheitsgemeinde Niedere Börde im Jahr 2004 wurde aus der Gemeinde Meseberg ganz offiziell eine Ortschaft – mit Ortschaftsrat und Ortsbürgermeister. Im Jahr 2009 wurde Wolfgang Schulze von seinen Ratskollegen zum Ortsbürgermeister gewählt. Außerdem gaben ihm die Wähler erneut ihre Stimmen für den Gemeinderat. Seither war er ununterbrochen in beiden Funktionen tätig.

Geschäftsführer des Meseberger Sportvereins

Zudem engagierte sich der Meseberger in mehreren Vereinen, war über Jahrzehnte Geschäftsführer des örtlichen Sportvereins, Leiter des gemischten Chors und mischte tatkräftig beim Karnevalsverein mit.

Wolfgang Schulze verstarb im Alter von 73 Jahren. Er hinterlässt neben seiner Ehefrau drei Kinder und elf Enkelkinder.