Spielplatz

Neue Spielgeräte für Samsweger Kinder

Der Spielplatz in Samswegen hat endlich neue Spielgeräte. Doch noch verwehren rotweiße Absperrbänder den Kindern die Nutzung von Schaukel, Wippe und Co.

Von Sebastian Pötzsch
Die neuen Geräte sind zwar schon auf dem Spielplatz in Samswegen aufgebaut. Doch weil eine Tüv-Abnahme fehlt, dürfen sie noch nicht genutzt werden.
Die neuen Geräte sind zwar schon auf dem Spielplatz in Samswegen aufgebaut. Doch weil eine Tüv-Abnahme fehlt, dürfen sie noch nicht genutzt werden. Foto: Sebastian Pötzsch

Samswegen - Seit mehreren Wochen schon ist der Spielplatz in Samswegen um eine Doppelschaukel, eine Stehwippe sowie eine Sitzbank reicher. Auf Betreiben von Ortsbürgermeisterin Alexandra Cop hatte ein örtliches Metallbauunternehmen die Spielgeräte gebaut. Anschließend wurden von Mitarbeitern des kommunalen Bauhofes zunächst die Fundamente hergestellt und anschließend die neuen Geräte verbaut.

Doch genutzt werden können die Spielapparate aus vollverzinktem Stahlrohr noch nicht. Rotweiße Absperrbänder flattern im Wind und lassen ein Nutzung nicht zu.

„Noch nicht“, hofft Gemeindebürgermeister Stefan Müller. „Die Geräte können erst in Beschlag genommen werden, wenn ein Tüv-Prüfer das Ok gibt“, sagt der Rathauschef auf Volksstimme-Nachfrage weiter. Doch dies gestalte sich schwierig.

Denn die Schaukel, der Wippe und die Bank wurden in Eigenregie gebaut. „Unser Prüfer, der regelmäßig von der Gemeinde für Kontrollen jeglicher Art beauftragt wird, kann in diesen Fall leider nicht handeln“, berichtet Stefan Müller weiter.

TÜV muss noch prüfen

Denn für die neuen Geräte gebe es keine entsprechenden Beschreibungen, Aufbauanleitungen oder statische Berechnungen. „Der Prüfer kann ein Gerät nur nach vorliegenden Papieren begutachten, ob dieses zum Beispiel richtig aufgebaut ist und angegebene Normen eingehalten wurden“, berichtet der Bürgermeister weiter.

Deshalb ist zur Begutachtung nun der Tüv-Süd beauftragt worden. „Ein Mitarbeiter des Prüf-Instituts wird vor Ort nicht nur die neuen Geräte auf Herz und Niederen prüfen, sondern den Spielplatz als Ganzes genau unter die Lupe nehmen“, erklärt Müller. Das wird einige Zeit in Anspruch nehmen, ist sich der Rathauschef sicher. Einen Termin, wann ein Prüfer des Tüv nach Samswegen kommt, gebe es noch nicht. Eine Anmeldung sei bereits veranlasst. „Wir sind da dran.“

Wann die Geräte auf dem Spielplatz freigegeben werden, darauf wollte sich der Bürgermeister nicht festlegen. „Es steht nicht in meiner Macht“, erklärt Stefan Müller. Spielgeräte in Eigenregie zu bauen spare zwar viel Geld, doch bringe dies auch viele Unwägbarkeiten und viele offene Fragen mit sich.

Einsatz lohnt sich

Dennoch scheint sich nach dem jahrelangem Einsatz der Mitgliedern des Samsweger Sport- und Spielvereins (SSV) sowie Eltern für den Spielplatz in der Hambergstraße ein Licht am Ende des langen Tunnels abzuzeichnen. Bereits seit 2016 war mit mehreren Spendenaktionen Geld für das Kleinod in der Nähe von Kitas und Schule gesammelt worden.

Doch weil Spielgeräte direkt vom Hersteller teuer sind, hatte sich die Samsweger Metallschlosserei bereit erklärt, Doppelschaukel, Stehwippe und Sitzbank in Eigenregie zu bauen. Seit über einem Jahr sind die Geräte fertig und standen aber über Monate auf dem Betriebsgelände, weil eine Tüv-Abnahme fehlte - bis heute.

Deshalb hatte sich die Ortsbürgermeisterin bemüht, einen Termin mit dem Prüfinstitut aus München zu vereinbaren. So waren die Verantwortlichen in der Gemeinde davon ausgegangen, dass die Geräte mit einem sogenannten Hersteller-Tüv zu zertifizieren sind.

Im Frühjahr kam dann die Wende. Denn laut Tüv-Pressesprecher Dirk Moser-Delarami müssen Schaukel und Co nicht einzeln geprüft werden, sondern im Ensemble mit anderen Spielgeräten. „Einen Hersteller-Tüv benötigen nur Unternehmen, die Spielgeräte tatsächlich in Serie produzieren. Diese erhalten dann das berühmte GS-Siegel“, hatte der Pressesprecher gegenüber der Volksstimme ausgeführt.

Sein Vorschlag: Zuerst sollten Doppelschaukel, Stehwippe und Bank auf dem Spielplatz installiert werden. Danach würde ein Mitarbeiter das gesamte Areal genau in Augenschein nehmen. Vor allem die richtigen Abstände der Spielgeräte zueinander und die Ausführung der jeweiligen Fundamente würden untersucht. Eventuell erforderliche Nachbesserungen an den Spielgeräten selbst könnten im Nachhinein umgesetzt werden.

Für Metallbaumeister Stefan Klaer eher unwahrscheinlich. Er hatte die Geräte gebaut und sich bei der Konstruktion an Vorbildern eines Herstellers gehalten, „um das Rad nicht neu erfinden zu müssen“, erklärte der Fachmann gegenüber der Volksstimme.

Die neuen Geräte aus Metall stehen und müssen sich in das bereits bestehende Spielplatz-Ensemble aus Holzgeräten einfügen. Doch hierfür hat Ortsbürgermeisterin Alexandra Cop noch einen Plan: „Die Geräte aus Holz sollen bald aufgearbeitet werden, natürlich alles in Freiwilligenleistung“, hatte sie im Frühjahr ausgeführt. So würden die Oberflächen bearbeitet und anschließend einen neuen Anstrich erhalten. „Wegen der aktuellen Lage wird sich das wahrscheinlich in den Spätsommer oder sogar in den Herbst verschieben“, hatte sie weiter gesagt. Vorwürfen, die Schuld an all den Verzögerungen liege allein bei der Gemeindeverwaltung, war Ortsbürgermeisterin Alexandra Cop übrigens entschieden entgegengetreten.