Freizeit

Schwimmbadplätze in Wolmirstedt sind heiß begehrt

Das Wolmirstedter Schwimmbad ist seit dem 1. Juni offen und vom ersten Tag an vor allem bei Kindern und Jugendlichen heiß begehrt. Daran rütteln auch die Corona-Vorschriften nicht.

Von Gudrun Billowie
Rachel Heinrich und Josephine Ahlert freuen sich über den Tag im Schwimmbad.
Rachel Heinrich und Josephine Ahlert freuen sich über den Tag im Schwimmbad. Foto: Gudrun Billowie

Wolmirstedt - Rachel Heinrich und Josephine Ahlert schwimmen, tauchen, schütteln sich. Die beiden elfjährigen Mädchen sind überglücklich. Endlich können sie die warmen Tage wieder im Schwimmbad verbringen. „Wir waren letztes Jahr mit unserer Klasse hier“, erzählen sie, „und es war ganz toll.“ Nun ist es wieder toll, wenn auch ein bisschen ungewohnt, wie beide Mädchen sagen. „Nach den ganzen Einschränkungen ist es so schön, mal wieder unter Freunden zu sein und Spaß zu haben.“

Baden ohne Negativtest

Seit Donnerstag benötigen Schwimmbadbesucher keinen negativen Corona-Test mehr. „Wir hatten eine Teststrecke aufgebaut“, sagt Schwimmmeister Stefan Grahn, „haben bei Bedarf auch vor Ort getestet.“ Inzwischen ist sie weggeräumt, doch nicht sehr weit weg. Stefan Grahn sagt: „Man weiß ja nie...“

Derzeit dürfen 90 Besucher zeitgleich im Schwimmbad sein, deshalb wird in zwei Blöcken eingelassen. Um 13 und um 16 Uhr öffnet sich jeweils die Tür, am Wochenende zusätzlich um 10 Uhr. Sind 90 Besucher drin, wird abgeschlossen. Am Donnerstag jedoch blieb am frühen Nachmittag genug Platz, wer wollte, konnte hineinschlüpfen.

Baden in zwei Blöcken

Trotz der Beschränkung ist es möglich, länger als die zwei Stunden des Blockes im Bad zu bleiben. Wer eine Tageskarte gelöst hat, kann im folgenden Block noch einmal das Bad nutzen, allerdings nur, wenn Plätze frei sind. „Die neu Dazugekommenen haben Vorrang“, macht Rettungsschwimmer Andreas Harwig deutlich, „jeder soll die Chance haben, das Bad zu nutzen.“

Am Vormittag kommen die Schulen zum Schwimmunterricht, in diesem Rahmen ist es möglich, dass Kinder schwimmen lernen oder das Schwimmabzeichen ablegen. Möchten andererseits Eltern, dass ihre Kinder einen Schwimmkurs besuchen, müssen sie abgewiesen werden. „Solche Kurse sind wegen Corona nicht erlaubt“, bedauert Stefan Grahn. Dabei sei die Nachfrage besonders groß. Immer wieder klingelt das Telefon, weil Eltern möchten, dass Profis dem Nachwuchs das Schwimmen beibringen.

Wassergymnastik noch nicht möglich

Auch die stets beliebte Wassergymnastik für Senioren darf nicht stattfinden. „Die Bürger können lediglich ihre Bahnen schwimmen“, zeigt Stefan Grahn auf das große Schwimmerbecken. Das Frühschwimmen war stets Publikumsmagnet gewesen. Zu Musik und flotten Sprüchen haben sich dutzende Frauen und Männer jeden Mittwoch ab 9 Uhr im Wasser mit gezielten Übungen fit gehalten. Wann es derlei Veranstaltungen wieder gibt, kann niemand sagen.

Auch die Kinder und Jugendlichen müssen auf Spiel- und Spaßmöglichkeiten verzichten. Die Startblöcke sind abgesperrt, die Rutsche ebenso, der Wasserpilz wird gar nicht angestellt. Auch das Planschbecken für die ganz Kleinen darf nicht benutzt werden.

Trotzdem: Das Wolmirstedter Bad ist offen. Das Zielitzer Kalibad hingegen wird geschlossen bleiben, auch deshalb, weil kein zweiter Schwimmmeister gefunden wurde. Das Wolmirstedter Team, bestehend aus Stefan Grahn und Andreas Harwig, hingegen kümmert sich bereits seit Jahren zuverlässig um die Badegäste. Nur montags bleibt das Bad geschlossen.

Es gab im Stadtrat bereits Bestrebungen, diesen Ruhetag bei Sommerwetter ausfallen zu lassen. Doch diesem Ansinnen musste Bürgermeisterin Marlies Cassuhn widersprechen. Die Dienstherrin des Schwimmbadpersonals macht auf das Arbeitsrecht aufmerksam. Ein freier Tag pro Woche müsse sein, den möchte sie den Schwimmmeistern auch gönnen.

Während Stefan Grahn und Andreas Harwig den Badebetrieb unter Kontrolle halten, kümmern sich Erika Hartmann, Brigitte Wallbaum und Heike Harwig um alles andere, unter anderem den Betrieb am Kassenhäuschen. Und alle bedauern schon jetzt: Es gibt wieder kein Schwimmbadfest.

Rettungsschwimmer Andreas Harwig (l.) und Schwimmmeister Stefan Grahn.
Rettungsschwimmer Andreas Harwig (l.) und Schwimmmeister Stefan Grahn.
Foto: Gudrun Billowie
Salem ist mit seiner Familie gekommen und kann gar nicht oft genug tauchen.
Salem ist mit seiner Familie gekommen und kann gar nicht oft genug tauchen.
Foto: Gudrun Billowie