Zerbst l Zunächst die gute Nachricht: Die Hügellandschaft auf dem Baugrundstück soll noch vor Weihnachten verschwinden. „Das Angebot einer Zerbster Tiefbaufirma liegt vor und ich werde noch in dieser Woche den Auftrag zum Planieren der Fläche auslösen“, kündigt Katrin Köppe an. Der Zustand der Fläche ist inzwischen der Aufreger schlechthin in der Stadt. Regelmäßig rufen auch Volksstimme-Leser in der Redaktion an und äußern ihren Unmut, „schließlich befindet sich das Grundstück im Herzen der Stadt, an einer belebten Einkaufsstraße“, beschwerte sich erst kürzlich eine Leserin am Telefon.

Planieren noch vor Weihnachten

„Das Planieren des Grundstücks ist aber nur ein Zwischenschritt“, hakt der Bürgermeister ein. Die Awo-Geschäftsführerin habe in dem Gespräch versichert, dass weiter an dem Bauvorhaben festgehalten werde. Allerdings ist die Situation noch immer die gleiche. Die Kosten für das Projekt, die ursprünglich mit 5,2 Millionen Euro kalkuliert wurden, haben sich drastisch erhöht.

Die Awo-Chefin und der Rathauschef haben bei ihrem Treffen auch über verschiedene Alternativ-Konzepte diskutiert. Wie diese aussehen könnten, darüber wollten sich beide aber nicht äußern. „Kosten und Einnahmen müssen in einem gesunden Verhältnis stehen“, da sind sich Dittmann und Köppe einig. Das Konzept müsse auch für die Zukunft tragfähig sein.

„Ich habe meine Unterstützung zugesichert“, betont Dittmann. So soll es Anfang des kommenden Jahres eine Gesprächsrunde mit der Awo Soziale Dienste, der Stadt Zerbst und der Landkreisverwaltung als Baugenehmigungsbehörde geben.

Kosten gestiegen

Das Problem: Die Baugenehmigung für das geplante Projekt wurde bereits am 20. September 2016 erteilt. Die Genehmigung hat eine Gültigkeit von drei Jahren. Allerdings könne es passieren, dass ein neuer Antrag auf Baugenehmigung gestellt werden muss, wenn das neue Konzept, an dem derzeit fieberhaft gearbeitet wird, vom ursprünglichen Entwurf abweicht.

Bei dieser Gesprächsrunde wolle man ausloten, ob – je nach neuem Entwurf – eine gänzliche neue Baugenehmigung beantragt werden muss, oder ob gegebenenfalls eine Tinktur – eine Änderung der bereits erteilten Baugenehmigung – ausreicht.

„Ein neuer Antrag würde natürlich wieder Zeit und Geld kosten“, erklärt Dittmann. Dies wolle man nach Möglichkeit vermeiden. Außerdem könne man alle auftretenden Fragen in dieser Runde sofort klären, ohne zeitaufwendigen Schriftverkehr. „Wir hoffen so auf ein schnelles Einvernehmen aller Beteiligten“, so Dittmann.

Einen Zeitplan beziehungsweise wann mit dem Bau begonnen werden kann, konnte Katrin Köppe nicht sagen. „Wichtig ist, dass jetzt dieser Schandfleck schnell verschwindet“, darüber sind sich Andreas Dittmann und Katrin Köppe einig.

2015 hatte die AWO, das Eckgrundstück an der Breite/Ecke Wolfsbrücke von der kommunalen Bau- und Wohnungsgesellschaft Zerbst (BWZ) gekauft. Zu DDR-Zeiten standen auf dem Areal zwei Wohnblöcke, die 2004 innerhalb des Programms „Stadtumbau Ost“ abgerissen wurden. Danach wurde es ruhig auf dem Grundstück. Die Vermarktung und das Finden eines Investors gestalteten sich schwierig. Mit dem Erwerb des Grundstückes Breite/Ecke Wolfsbrücke durch die AWO war ein Investor für einen Neubau gefunden.

Entstehen soll auf dem Areal ein Gebäudekomplex mit altersgerechten Wohnungen, einem ambulantem Dienst sowie einer Tagespflege und zwei Gewerberäume.