Neustart für Zerbster Volksfeste

Zwei harte Jahre für Zerbster Verkehrsverein als Organisator von Spargelmarkt, Bollenfest und Pferdemarktlotterie

Zwei Jahre war der Zerbster Verkehrsverein zum Nichtstun verdammt und er ist es noch immer – kein Spargelmarkt, kein Bollenfest und keine Pferdemarktlotterie. Das soll sich im kommenden Jahr ändern, vorausgesetzt, das Pandemiegeschehen lässt wieder Volksfeste zu. Die Vereinsmitglieder stehen jedenfalls Gewehr bei Fuß.

Von Thomas Kirchner 02.07.2021, 15:17 • Aktualisiert: 02.07.2021, 15:42
Der neue Vorstand des Zerbster Verkehrsvereins: Kerstin Tznais, der neue Vorsitzende Marco Paul, der bisherige Vorsitzende und erste Stellvertreter Jürgen Dornblut, Frank Zimmermann und Geschäftsführerin Andrea Solbrig (v.r.). Ab 2022 will der Verein mit seinen Volksfesten wieder durchstarten.
Der neue Vorstand des Zerbster Verkehrsvereins: Kerstin Tznais, der neue Vorsitzende Marco Paul, der bisherige Vorsitzende und erste Stellvertreter Jürgen Dornblut, Frank Zimmermann und Geschäftsführerin Andrea Solbrig (v.r.). Ab 2022 will der Verein mit seinen Volksfesten wieder durchstarten. Foto: Thomas Kirchner

Zerbst - Das Jahr 2019 war für den Verein noch ein ganz normales Jahr, Spargelfest mit einem neuen Spargelweltmeister gekürt, die Pferdemarktlotterie mit erstmals mehr als 200 Sponsoren und der Bollenmarkt bescherte eine neue Bollenkönigin und sogar eine Bollenprinzessin. Alle Feste waren wie immer sehr gut besucht. „Doch dann kam das Virus und hat auch unserem Verein sehr stark zugesetzt“, blickte Jürgen Dornblut, scheidender Vereinsvorsitzende des Zerbster Verkehrsvereins, kürzlich bei einer Jahreshauptversammlung zurück.

2020 haben sämtliche Aktivitäten und Feste abgesagt werden müssen – das 29. Zerbster Spargelfest, die 120. Ausspielung der Zerbster Pferdemarktlotterie und auch der 30. Zerbster Bollenmarkt. „Der erste Preis zur Pferdemarktlotterie, ein Pkw Ford, war schon gekauft. Gott sei Dank war Armin Schmidt so fair und hat das Auto zurückgenommen und uns damit einen hohen Verlust erspart“, schilderte Dornblut die Situation.

Auch 2021 mussten alle Veranstaltungen abgesagt werden

Auch in diesem Jahr sieht es nicht besser aus. „Nach intensiven Beratungen mussten erneut alle Stadtfeste und unsere traditionelle Pferdemarktlotterie abgesagt werden. Das heißt, natürlich auch, dass wir keinerlei Einnahmen zu verzeichnen hatten, aber die entstehenden Festkosten weiter zu begleichen waren und sind“, betonte Dornblut. Das gleich zwei Jahre hintereinander alle Stadtfeste abgesagt werden mussten, sei in der 30-jährigen Vereinsgeschichte einmalig.

„Als wirtschaftlicher Verein stehen uns auch keinerlei Fördermittel zu. Auch bei den Corona-Wirtschaftshilfen fielen wir am Anfang immer durch alle Raster. Unterstützung leistete natürlich auch unser neues Steuerbüro, das uns dann auch bei den weiteren Beantragungen der folgenden Corona- Nothilfen unterstützte“, sagte Dornblut. Immerhin rund 3200 Euro seien dann geflossen.

Alle hoffen auf Neustart 2022

„Wir hoffen natürlich alle, dass wir 2022 wieder in der Lage sein werden mit neuen und frischen Ideen, sowie mit neuem Elan durchzustarten, um für unsere Stadt Zerbst und ihre Bürger die zu einer guten Tradition gewordenen Stadtfeste auszurichten und auch die größte und älteste private Lotterie Sachsen-Anhalts, unsere Zerbster Pferdemarktlotterie, wieder ausspielen zu können“, blickte Dornblut in die Zukunft.

Er dankte allen Sponsoren, Vereinsmitgliedern und dem Vorstand, der im Anschluss neu gewählt werden musste (Infokasten), für das Durchhalten in überaus schwierigen Zeiten. Jürgen Dornblut hatte aus gesundheitlichen Gründen auf einen erneuten Vereinsvorsitz verzichtet. Diese Position hat nun – nach Beratung im neuen Vorstand – Marco Paul übernommen.

„Wir müssen jetzt einfach neu durchstarten und die von uns organisierten Stadtfeste wieder anschieben“, sagte Marco Paul nach seiner Wahl zum Vereinsvorsitzenden gegenüber der Volksstimme. Wichtig sei im Übrigen auch wieder, Einnahmen zu generieren, um das Spargel- und Bollenfest finanziell stemmen zu können. „Wir hoffen sehr, dass die Corona-Lage dies im neuen Jahr auch zulässt“, so Paul.

Verein will bei Bühnenprogramm neue Akzente setzen

Momentan sei das finanzielle Polster so weit aufgebraucht, dass man nur ein Stadtfest ausrichten könne. „Das heißt, wir müssen also unbedingt wieder Geld verdienen, damit es wie gewohnt mit unseren Festen weitergehen kann. Wir sind da sehr optimistisch, dass dies am Ende des Tages auch gelingen wird“, betonte der neue Vorsitzende.

Was das Bühnenprogramm bei den Stadtfesten betrifft, soll erst einmal auf Bewährtes zurückgegriffen und ausgelotet werden, welche neuen Ideen umsetzbar sind. So beschreibt es Frank Zimmermann, der zukünftig im Vorstand für das Programm verantwortlich ist.

„Eine erste Idee ist, dass wir bekanntere Künstler auf die Bühne bringen möchten, um auch Highlights zu setzen“, sagte Zimmermann. Er sei der Überzeugung auch auf Bewährtes, was die Zuschauer anlockt, nicht zu verzichten. „Das heißt nicht, dass wir nicht neue Akzente setzen möchten“, so Zimmermann.