London (dpa) - Mit Ausnahme einer BBC-Dokumentation über Genesis ist es seit einer Tour 2007 still geworden um die britische Erfolgsband.

Frontmann Phil Collins ist trotz gesundheitlicher Probleme solo unterwegs, Gitarrist Mike Rutherford tourt mit Mike + The Mechanics. Gerüchte um eine Reunion mit Ex-Sänger Peter Gabriel bewahrheiteten sich nie - sehr zur Enttäuschung von Ex-Gitarrist Steve Hackett.

Der 69-Jährige, der von 1971 bis 1977 als Leadgitarrist den Sound der Band prägte, tourt unter dem Motto "Genesis Revisited" seit Jahren mit den frühen, progressiven Songs wie "Firth Of Fifth" oder "In That Quiet Earth", die seine Ex-Kollegen seit den 80er Jahren kaum noch im Set hatten. 2018 gab Hackett acht Konzerte mit einem Orchester. Sein Auftritt in London erscheint nun auf Doppel-CD, DVD und Blu-ray.

"Ich bin schon früher mal mit Orchester aufgetreten, aber das waren üblicherweise einmalige Auftritte", sagte der Musiker der Deutschen Presse-Agentur in London. "Das ist das erste Mal, dass ich mit Orchester und Band unter meinem Namen auf Tournee gegangen bin. Da gibt es einen anderen Schwerpunkt. Man fühlt sich verantwortlich."

Er sei ziemlich nervös gewesen, gibt Hackett zu. "Eine Menge Menschen vor und hinter mir stehen zu haben, war komisch. Ich glaube, auch einige aus meiner Band haben den Druck gespürt. Ich auf jeden Fall. Aber dafür proben wir ja glücklicherweise."

Das Ergebnis klingt gut. Klassiker wie "Afterglow" oder "The Musical Box" bekommen eine neue Energie, ein filmisches Flair, das den teils langen Werken - "Supper's Ready" läuft fast 30 Minuten - gut steht. Hackett übertreibt es nicht, der Bandsound steht im Vordergrund. Auch Stücke aus seiner langen Solokarriere wie "Shadow Of The Hierophant" oder das relativ neue "Out Of The Body" kommen dabei gut zur Geltung.

In Deutschland können Fans das musikalische Spektakel im kommenden Jahr auch live erleben. Im April spielt Steve Hackett zwei Konzerte mit Orchester in Wuppertal. Beide sind allerdings schon ausverkauft.

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