Berlin (dpa) - Im November wird Dan Penn 79 Jahre alt. Und auf dem Cover-Foto seines neuen Albums sieht man ihm das Alter auch an, wie er da schwerfällig aus einem Pickup-Truck klettert. Doch seine Stimme klingt nicht greisenhaft. Sondern nach feinstem Country-Soul.

Dan Penn? War das nicht der Songschreiber von "The Dark End Of The Street" oder "Do Right Woman, Do Right Man", die von Aretha Franklin so wunderbar gesungen wurden? Beide Lieder und noch Dutzende mehr gehen auf den Mann aus Alabama zurück - eine Legende aus den Sixties und Seventies also, der nun mit "Living On Mercy" (The Last Music Co.) noch einmal auftrumpft. Für dieses romantische Alterswerk arbeitete Penn seinerseits mit einigen profilierten Songwritern aus Nashville, Memphis und Muscle Shoals zusammen.

Rückblende ins Jahr 1960: Der erste Hit des nicht mal 20-jährigen Talents heißt "Is A Bluebird Blue", aufgenommen von Conway Twitty. Penn bekommt als Songschreiber 25 Dollar pro Woche, und als wenig später in den US-Südstaaten der Rhythm & Blues abgeht, ist er zur Stelle. "Mein Vater sagte nur: "Okay, wenn du das machen musst." Manchmal muss man einfach etwas riskieren. Das hat damals ganz gut geklappt", erinnert sich Penn heute bescheiden.

Auf "Living On Mercy" klingen seine in Kooperationen entstandenen Songs so erdig und authentisch, als kämen sie aus der großen Zeit des Country-Soul und Folk-Blues vor 50 oder 60 Jahren herübergeweht. Zu Penns Studioband gehören Milton Sledge (Schlagzeug), Michael Rhodes (Bass), Will McFarlane (Gitarre) und Clayton Ivey (Keyboards), dazu eine Bläsergruppe. Wer auch nur ein bisschen für Old-School-Grooves des amerikanischen Südens übrig hat, wird hier viel Schönes finden.

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