Eine einheitliche Baumschutzsatzung ist für die Einheitsgemeinde Elbe-Parey geplant. Auch die letzten beiden Ortsteile Güsen und Zerben sollen mit ins Boot geholt werden. Der Güsener Ortschaftsrat zeigte sich im ersten Anlauf aber nicht begeistert.

Güsen/Bergzow l Eine Baumschutzsatzung besteht für fast alle Ortsteile der Einheitsgemeinde Elbe-Parey - aber eben nur für fast alle. Güsen und Zerben sind bisher ausgenommen. Jetzt wurde auf Anregung von Einwohnern eine Beschlussvorlage für eine einheitliche Baumschutzsatzung entworfen, die dann auch für Güsen und Zerben gelten soll.

Prägnante Inhalte der Satzung sind, dass Bäume, ob auf privaten oder öffentlichem Grund, nur nach Antragstellung und Genehmigung seitens der Verwaltung gefällt werden dürfen. Für jeden Baum, der in einem Meter Höhe einen Stammumfang von 30 Zentimetern hat, gilt dann dieses Prozedere, ebenfalls für Sträucher ab drei Metern Höhe. Ausgenommen sind Obstbäume auf Streuobstwiesen sowie Walnuss- und Esskastanienbäume. Wird eine Fällung genehmigt, sind Ersatzpflanzungen zu leisten.

Zur Diskussion geht die Vorlage so in alle Ortschaftsräte. Der Ortschaftsrat Bergzow, der schon seit Jahren mit einer Baumschutzsatzung, die der vorgelegten gleicht, lebt und den Ort gestaltet, sahen in der Handhabe auch weiterhin kein Problem und empfahlen die Satzung so dem Gemeinderat weiter.

Probleme sahen hingegen einige Mitglieder des Güsener Ortschaftsrates. "Mit dieser Satzung maßt man sich an, dem Bürger auf seinem Grundstück vorzuschreiben, ob und was er fällen kann und dass er dafür neue Bäume pflanzen muss.", "Das ist doch schon fast enteignend!" oder "Sowas brauchen wir nicht. Man hat ein eigenes Grundstück, damit man darauf machen kann, was man will!", waren Wortmeldungen.

Ortschaftsratsmitglied Elisabeth Scheck fragte gezielt nach: "Kosten die Anträge etwas, wie groß ist der Personalaufwand und sind 30 Zentimeter Stammumfang nicht ein bisschen wenig? Sollte das nicht noch einmal überdacht werden?"

Kosten würden dabei nicht entstehen, Personal würde dadurch aber auch nicht eingespart, antwortete Bürgermeisterin Jutta Mannewitz. Sie konnte der negativen Argumentation des Ortschaftsrates die guten Erfahrungen der anderen Ortschaften entgegensetzen. "Sicherlich gehen die meisten vernünftig mit den Bäumen um, aber es gibt auch schützenswerte Bäume. Und mit der Satzung werden die Baumfällungen auch vom Ortschaftsrat mit begleitet, so dass man die Möglichkeit hat den Ort mitzugestalten."

Eine Einigung konnte bei der Sitzung des Güsener Ortschaftsrates zu diesem Thema nicht erzielt werden. Ortsbürgermeister Egon Buchmann befand, diesen Punkt auf die nächste Sitzung zu vertagen. Ordnungsamtschef Volker Zunder soll dann eingeladen werden und konkreter auf Probleme und Fragen zu dieser Satzung eingehen, so dass der Rat dann gut informiert abstimmen kann.