Am Deich bei Schönhausen wird in diesem Jahr wieder gebaut: Auf einem Kilometer Länge wird der Schutzwall den gängigen Normen angepasst. Darüber informierte Reinhard Kürschner auf der Deichschau.

Schönhausen l Der Bauabschnitt "Schönhausen III" liegt zwischen den Elbkilometern 50,7 und 51,7. Die Einheimischen kennen diese Stelle besser als Uhlenwiel. Im Jahre 2011 endete in dem Bereich eine erste Baustelle.

"Wir wollen in diesem Jahr definitiv beginnen", verbreitete Reinhard Kürschner, Flussbereichsleiter Genthin im Landesbetrieb für Hochwasserschutz (LHW), zum Auftakt der Deichschau in Schönhausen die gute Nachricht. Erst am Freitag zuvor war der Zuwendungsbescheid eingetroffen.

Planer und Bauleiter André Pasemann informierte über Einzelheiten. Der Deich wird wegen des angrenzenden Gewässers anders als üblich saniert. Denn der Wall wird vorrangig auf der Wasserseite verbreitert, da landseitig kaum Platz ist. Die Krone bekommt wie üblich eine Asphaltschicht. Feinabstimmungen müssen noch erfolgen, Baubeginn soll in diesem Jahr sein, gebaut wird auch in 2014.

Im nächsten Jahr soll, so denn das nötige Geld fließt, der Abschnitt in Richtung der Bahnbrücke saniert werden. Die Arbeiten dort sind komplizierter, da das Wasser direkt am Deich fließt.

Auch nahe Schönfeld wird der Deich saniert

Gebaut wird in diesem Jahr auch am Schönfelder Elbdeich. Hier war ebenfalls 2011 die erste Hälfte saniert worden, nun folgt der Rest. Die Submission ist bereits erfolgt, etwa Mitte Juni werden die Arbeiten beginnen. Wasserseitig wird eine Dichtungsschicht aufgetragen, die landseitige Böschung erhält durchlässigen Boden. Die Krone wird asphaltiert.

Als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahme für den Naturschutz wird im Vorland eine Flutmulde angelegt. Der Weg nach Schönfeld wird zuletzt wieder ordnungsgemäß hergestellt.

LHW-Bereichsingenieur Peter Popiela bedankte sich bei der Gelegenheit bei den Schönhauser Jägern und Anglern. Denn sie halfen dem Landesbetrieb auf Anregung von Ralf Tschentschel beim Beräumen des Schwemmgutes im Deichvorland. Etwa zehn Hänger voll Unrat und Treibholz wurden weggefahren. Die Jäger beseitigten zudem die Wühltierschäden am Schutzwall. Solche Löcher von Wühltieren im Deich gibt es immer wieder in der Region zwischen Schönhausen und Fischbeck. Vor allem der Biber ist hierbei recht rege.

Weiterhin ungeklärt im Landkreis ist die Zwischenlagerung des abgesammelten Schwemmgutes, informierte Reinhard Kürschner. Denn irgendwo muss es ja trocknen. In anderen Kreisen wie dem Jerichower Land sei man da weiter, beantwortete er eine entsprechende Frage von Verbandsbürgermeister Bernd Witt. Dort sammelt der LHW und der Landkreis entsorgt. Denn eigentlich ist der LHW für das Beräumen des Vorlandes gar nicht zuständig.

Bernd Witt gab zudem den Hinweis, dass unterhalb der Bahnbrücke auch auf der anderen Seite Barrieren errichtet werden sollten, denn vor einiger Zeit hatten sich Kriminelle unter dieser Brücke versteckt. Die Aufstellung könnte umgehend erfolgen, kam die Antwort bei der Deichschau - aber nur, wenn das entsprechende Gelände dem LHW und nicht der Bahn gehört.

Maximal wurde die Alarmstufe I erreicht

Im letzten Winter gab es zwar allerhand Schnee, ein großes Hochwasser ist zum Glück ausgeblieben. Maximal wurde die Alarmstufe I erreicht, informierte Reinhard Kürschner zur hydrologischen Situation. Das sei auch den Tschechen zu verdanken, die ihre Talsperren geschickt regulierten.

Trotz des recht hohen Wasserstandes in den Vorflutern hielten sich der Grundwasserstand und damit die Vernässung in Grenzen. Derzeit beträgt er 15 Zentimeter über Normal. Gute Voraussetzungen also für die geplanten Bauarbeiten an den Deichen.