Die Wiederinbetriebnahme der Stadt- und Regionalbibliothek im Bürgerhaus in Staßfurt-Nord verzögert sich weiter. Jetzt hofft man im Rathaus, dass dort noch vor dem Weihnachtsfest wieder Bücher und Tonträger ausgeliehen werden können.

Staßfurt. Diese beliebte Freizeiteinrichtung der Staßfurter ist bereits seit dem vergangenen Winter geschlossen. Damals hatten sich Gäste der Bibliothek über üble Gerüche in einigen Räumen und über Kopfschmerzen beklagt. Schnell wurde klar, dass die Ausdünstungen aus dem neu verlegten Fußboden der renovierten Räume dafür verantwortlich sind.

Die vom Gebäudemanagement der Stadt veranlassten drei Messungen der Dekra Halle, eine Luftprobenentnahme in den Innenräumen zur Untersuchung auf flüchtige organische Verbindungen, die Prüfung der Bohrkerne der Fußböden im Bereich der Belletristik und der Buchausleihe in der Kinderbibliothek sowie die Feuchtebestimmung des Zementestrichs an gleicher Stelle ergaben, dass dort ein erhöhter Lüftungsbedarf besteht.

"Es gibt nur noch eine Firma, an die sich die Stadtverwaltung schadlos halten muss. Sie wurde von unserem Rechtsanwaltsbüro aufgefordert, den Schaden zu beseitigen", sagte die Chefin des Gebäudemanagements, Brigitte Hirschfeld, gestern der Staßfurter Volksstimme.

Da sich das Unternehmen nicht bewegt habe, müsse die Kommune nun die notwendigen Arbeiten selbst vornehmen und dann der entsprechenden Firma in Rechnung stellen.

Jetzt müsse man den PVC-Belag rausnehmen und auch den Estrich, von dem ebenfalls Ausdünstungen ausgehen, entfernen. Das soll in den nächsten 14 Tagen passieren, sagte Hirschfeld.

"Wir müssen jetzt reagieren, sonst laufen uns die Fristen weg. Dann können wir keine Forderungen mehr geltend machen", gab die Ressortchefin die Position der Rechtsberater der Stadt wieder.

"Wir bedauern, dass sich das so entwickelt hat"

"Ich hoffe, dass die Wiedereröffnung noch kurz vor Weihnachten erfolgen kann", sagte Hirschfeld und fügte hinzu: "Wir bedauern, dass sich das so entwickelt hat."

Viele eifrige Bibliotheksnutzer der Stadt warten schon sehnsüchtig darauf, dass sie sich dort wieder mit spannender Literatur und mit DVDs oder CDs eindecken können.

Damit die wertvollen Medien durch die Dämpfe und Bauarbeiten keinen Schaden nehmen, wurden sie an einen anderen Ort ausgelagert, sagte Hirschfeld.

Oberbürgermeister René Zok (parteilos) hatte in der Stadtratssitzung am 17. Juni die Schließung der Bibliothek während der Zeit der Untersuchungsarbeiten verteidigt.

In diesem Zusammenhang verwies er auf das in Auftrag gegebene Gutachten. Daraus geht der Hinweis hervor, dass es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen könnte, wenn man den Gerüchen permanent ausgesetzt sei. Die Beschwerden würden sich in Kopfschmerzen, Unwohlsein und Schleimhautreizungen ausdrücken.

Die Mitarbeiterinnen der Stadt- und Regionalbibliothek hatten sich nach dem Vorliegen der ersten Ergebnisse der Prüfer vom Betriebsarzt der Stadtverwaltung untersuchen lassen. "Glücklicherweise ist hierbei nichts festgestellt worden", erklärte der Oberbürgermeister und betonte: "Solange das Problem nicht behoben ist, bleibt die Bibliothek geschlossen, um von vornherein eventuelle gesundheitliche Gefährdungen für Nutzer und Mitarbeiter auszuschließen."