Die Stadt Staßfurt will sich verstärkt um die Spielplätze kümmern und diese auf Vordermann bringen. Dafür sollen jährlich rund 90 000 Euro bereit gestellt werden. Das geht aus der Standort- und Sanierungskonzeption vor.

Staßfurt. Spätestens seit dem schrecklichen Unfall im Sommer 2005 auf einem Spielplatz in der Goethestraße, nach dem die damals neunjährige Vanessa mit sechzehn Stichen genäht werden musste, sowie nach dem Protest der Eltern aus dem Wohngebiet Am Tierpark, die sich im Sommer über den ersatzlosen Abbau des Spieplatzes vor ihrer Haustür ärgerten, ist deutlich geworden, dass es auf diesem Gebiet in Staßfurt ein Problem gibt.

Die Stadtverwaltung hat inzwischen alle 22 Plätze und zwei Skateboard-Anlagen unter die Lupe genommen. "Der überwiegende Teil der Spielgeräte", so schätzte Oberbürgermeister René Zok danach ein, "ist überaltert." Denn in den letzten zehn Jahren seien keine Neuinvestitionen mehr vorgenommen worden. Man habe lediglich Pflege- und Reparaturarbeiten durchgeführt.

Zok: "Zahlreiche Spielgeräte mussten in dieser Zeit ersatzlos abgebaut werden, weil sie nicht mehr reparabel waren." Wenn die Stadt nicht gegensteuere und Geld aufwende, sei die Demontage weiterer Geräte und selbst kompletter Anlagen nicht mehr aufzuhalten. Deshalb schlägt der Oberbürgermeister vor, die vorhandenen Spielplätze zu erhalten und in den nächsten Jahren schrittweise zu sanieren. Dabei wolle man sich an der vorliegenden Zustandsanalyse beziehungsweise Prioritätenliste orientieren und als Kommune ein Zeichen als kinderfreundliche Stadt setzen. Der jährliche Finanzbedarf wird anfänglich mit zirka 90 000 Euro für die vorrangigen Sanierungsmaßnahmen geschätzt. Danach soll er sich auf 40 000 Euro reduzieren.

"Der Ortsteil Förderstedt ist laut Prioritätenliste sehr gut bedient."

"Auf Spielplätzen, die entsprechend der Analyse keinen Weiterbestand haben, erfolgen keine Sanierungen. Diese Anlagen werden schrittweise zurückgebaut", so der Oberbürgermeister. Ein neuer Spielplatz mache sich seinen Worten zufolge für die Einzugsbereiche Leopoldshall und Brumby erforderlich.

Weiterhin empfiehlt die Stadtverwaltung, auf Metallspielgeräte zurückzugreifen, da diese robuster seien und in ihrer Lebenserwartung deutlich über denen aus Holz liegen, die nur zehn Jahre halten würden. "Wir wollen nach Möglichkeit zwei Plätze pro Jahr in Angriff nehmen und dabei die Kinder und Jugendlichen mit einbeziehen. Sobald wir die finanziellen Mittel haben, legen wir los", sagte Doris Brückner vom Grünflächenamt der Stadt in der Ortschaftsratssitzung in Athensleben. "Athensleben steht da ganz oben", teilte sie den Ortschaftsräten mit.

In Förderstedt sagte die zuständige Sachbearbeiterin Doreen Jüngst, es sei noch nicht klar, ob in Brumby noch in diesem oder erst in nächstem Jahr gebaut werden könne. "Der Ortsteil Förderstedt ist laut Prioritätenliste sehr gut bedient", meinte die Chefin des Gebäudemanagements, Brigitte Hirschfeld.

Sebastian Marnitz (FDP) machte darauf aufmerksam, dass die angegebene Ausstattung für den Spielplatz Löbnitz nicht stimme, weil sie mit denen aus Üllnitz vertauscht wurden. Auf Anfrage von Hans-Jürgen Lärz (CDU) teilte Hirschfeld mit, dass die Badeanstalt Albertinesee in den Investplan aufgenommen werde.

Wie der Leiter des Fachdienstes Stadtsanierung und Bauen, Wolfgang Waschk, in Neundorf sagte, sei im Wohngebiet Am Tierpark in Staßfurt kein neuer Spielplatz geplant. Die Kinder sollten den im Park nutzen.