Damit sie nicht auf die Straße hüpfen und dort möglicherweise überfahren werden, baut Thomas Plaisant Zäune für Kröten. Der 18-Jährige hilft damit der Unteren Naturschutzbehörde Harz, bei der er ein Freiwilliges Ökologisches Jahr ableistet.

Königerode l Meter für Meter sucht Thomas Plaisant den kniehohen Kunststoffzaun an der Kreisstraße zwischen Königerode und Dankerode ab. Vielleicht haben sich seit dem Morgen wieder ein paar Kröten in den Eimern gesammelt, die der 18-Jährige zusammen mit den Landschaftspflegern der Unteren Naturschutzbehörde Harz im Abstand von einigen Metern in den Boden eingelassen hat. Für ein Jahr hilft Thomas Plaisant den Umweltschützern im Rahmen eines Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ). Und tatsächlich - gleich im dritten Kübel sitzt ein Unken-Pärchen. Das Männchen hat es sich auf dem Rücken seiner Herzdame bequem gemacht und lässt sich tragen.

"Man lernt das Arbeitsleben kennen, ohne dass man Druck hat."

"Wir stellen hier Zäune auf, weil die Tiere sonst über die Straße hüpfen und dann vielleicht überfahren werden würden", erklärt Thomas Plaisant. Die Kröten zieht es auf die andere Seite der Fahrbahn, weil sich dort am Ende der Böschung ein großer Bergsee befindet, in dem sie ihre Eier ablegen wollen. "Wir sammeln die Kröten ein und tragen sie rüber", erklärt der Halberstädter weiter. Rund 5000 Tieren haben Thomas Plaisant, ein weiterer FÖJler und die Landschaftspfleger innerhalb von anderthalb Wochen auf einer Strecke von insgesamt fünf Kilometern im Harzkreis schon über die Straßen geholfen.

Haben die Kröten gelaicht, hüpfen sie den Weg, den sie gekommen sind, wieder zurück - und landen am Straßenrand wieder im Eimer. Dann tragen die Helfer sie wieder auf die andere Seite. In ungefähr zwei Wochen, sagt Thomas Plaisant, müssten alle Unken gelaicht haben. "Dann bauen wir die Zäune wieder ab", fügt er hinzu.

2012 hat der Halberstädter sein Abitur bestanden. Das FÖJ nutzt er nun, um sich darüber klar zu werden, was er beruflich unternehmen möchte. "Man lernt das Arbeitsleben kennen, ohne dass man Druck hat und kann ungezwungen seine Fähigkeiten testen und ausarbeiten", erklärt Thomas Plaisant. "Und es ist cool, etwas für die Umwelt zu machen."

Ist die Mission Krötenzaun abgeschlossen, wartet schon die nächste Aufgabe auf die Naturschützer: "Dann geht\'s ans Mähen und Sägen", erklärt Uwe Fleck. Im Winter sind der Landschaftspfleger und seine Helfer dann vorwiegend damit beschäftigt, Schilder in Naturschutzgebieten aufzustellen.