20 Jahre schon besteht in Wolmirstedt das Bildungs- und Freizeitzentrum. Damit ist die Einrichtung in der Triftstraße älter als die meisten ihrer Besucher. Denn das sind hauptsächlich Kinder und Jugendliche, die ihre Freizeit und Ferien dort verbringen. Zehntausende waren es bisher – Grund genug, das Jubiläum groß zu feiern.

Wolmirstedt. Der Stolz auf "ihr" Kind war allen Mitarbeitern und der Leitungsebene vom Bildungs- und Freizeitzentrum anzusehen. 20 Jahre schon besteht die Einrichtung in der Triftstraße, bietet Kindern und Jugendlichen einen verlässlichen Anlaufpunkt. Ganze Generationen haben im BFZ schon ihre Freizeit oder die Ferien verbracht. Kein Wunder, dass jeder der geladenen Gäste zum Festakt eigene Erinnerungen und Erlebnisse mit dem Gebäude verknüpft.

Ganz prägnant ist zum Beispiel die bauliche Veränderung des Areals. Startete man doch 1990 in einer Villa, die schon sowjetischen Offiziellen und später der Staatssicherheit als Bürogebäude diente. "Wir haben uns noch Jahre danach so manches Mal gewundert, wenn da in der früheren Abhörbaracke etwas blinkte", erinnerte sich Gunther Schöndube. Als die ersten Überlegungen laut wurden, aus der Villa eine Begegnungsstätte für Kinder und Jugendliche zu machen, war er noch als Leiter des Jugendamtes im Landkreis beschäftigt.

Schöndube erlag dem Reiz des Neuen – und hat es bis heute nicht bereut, auch wenn er seit drei Jahren nicht mehr als Leiter des BFZ tätig ist, sondern als Geschäftsführer der Betreibergesellschaft. Chefin über Villa und Bettenhaus ist mittlerweile Kerstin Dauskardt, die beim Festakt ebenfalls alle Hände voll damit zu tun hatte, Glückwünsche und Geschenke anzunehmen.

Denn das BFZ ist eine Erfolgsgeschichte. Nicht zuletzt dank Landrat Thomas Webel, der in vielen Reden beim Festakt als "Geburtshelfer" des BFZ bezeichnet wurde und sich gern daran erinnerte, wie er zum Beispiel beim damaligen Sozialminister Werner Schreiber die Fördermittel für den Bau des Bettenhauses durchsetzte. Stand doch auf dem Gelände bis dahin nur eine Baracke. Mehr als 700 000 D-Mark Eigenmittel und 2,2 Millionen D-Mark Förderung flossen in das Bettenhaus, das im Juli 1995 nach nur einem Jahr Bauzeit seiner Bestimmung übergeben werden konnte. "Wir wollten das BFZ damals auf sichere Füße stellen, damit es nicht weiter am Tropf des Landkreises hängt", nannte Webel Argumente, die er damals auch im Kreistag mehrfach wiederholen musste. Denn die Entscheidung für den Neubau war nicht unumstritten, erwies sich aber im Nachhinein als zukunftsweisende und richtige Investition.

Bedingung für die Förderung war, dass man das BFZ in freie Trägerschaft übertrug. Ein Verein wurde gegründet und mehr als 15 Jahre lang von Dieter Hannemann geleitet. Erst, "als das Kind schon pubertierte", wie es Dr. Gabriele Girke nannte, erfolgte im Jahr 2006 der nächste Trägerwechsel hin zur Paritätischen Integralgesellschaft, deren Geschäftsführer seitdem Gunther Schöndube heißt.

Nicht nur der Baufortschritt fand beim Festakt lobende Erwähnung, sondern vor allem auch die hohe Qualität der inhaltlichen Bildungs- und Freizeitarbeit. "Wer sich hier langweilt, der ist selber schuld", hatte auch Dr. Girke, Landesgeschäftsführerin des Paritätischen, festgestellt.

Damit das so bleibt, ruht man sich im Bildungs- und Freizeitzentrum natürlich nicht auf dem Erreichten aus, auch wenn man darauf stolz ist und sein kann. Im Frühjahr soll der Spielplatz erneuert werden. Auch der Sanitärbereich des Bettenhauses steht auf der Sanierungsliste. Weiterhin will sich das BFZ weiteren Zertifizierungsprozessen stellen. Kurz vor dem Geburtstag hatte man nach zwei Jahren Arbeit das Prädikat "Gut drauf Haus" erreicht, das man natürlich halten wolle.

   

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