Seit einer Woche helfen 140 Feuerwehrleute aus der Stadt und dem Regierungsbezirk Köln in Magdeburg. In ihrer mobilen Einsatzzentrale steuern sie den Kampf gegen das Hochwasser. Für die fluterprobten Einsatzkräfte aus dem Rheinland in mehrfacher Hinsicht eine außergewöhnliche Mission.

Nordwest l Auf dem Parkplatz am Baudezernat ist eine kleine "rheinische Stadt" entstanden. Mittendrin thront die Einsatzzentrale in einem roten Bürocontainer mit Leitstand und einem Besprechungsraum.

Rund um die Zentrale haben Feuerwehr, DRK und DLRG Zelte aufgebaut. Die Mensa des Baudezernates ist in der Hand der Helfer aus dem Rheinland. In den zwei angrenzenden Sporthallen ruhen sich die Einsatzkräfte auf Feldbetten so gut es eben geht von ihrer Arbeit aus.

"Die Mobile Führungsunterstützung Rheinland, kurz MoFüst, stellt mit 140 Personen die Technische Einsatzleitung 1 und führte bis zu 4000 Kräfte in Magdeburg in den Gebieten links der Elbe", sagt Daniel Leupold von der Kölner Feuerwehr.

Der Leitende Branddirektor der Feuerwehr Köln, Johannes Feyrer, führt die Einheit in Magdeburg gemeinsam mit Branddirektor Peter Hartl sowie mit den Leitern der Feuerwehren Aachen, Jürgen Wolff, und Kerpen, Wolfgang Graß. Ihnen unterstehen rund 1800 Einsatzkräfte.

Darunter sind auch 14 Helfer von der Freiwilligen Feuerwehr Köln. Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte kommen vom Fernmeldedienst, der für eine funktionierende Kommunikation unter den Einheiten sorgt und somit eine zentrale Rolle einnimmt. Der Regierungsbezirk Köln hatte Ende vergangener Woche auch 150 000 leere Sandsäcke nach Magdeburg bringen lassen.

Die Hilfe aus dem Rheinland sprach sich in Magdeburg schnell herum. Kinder der Grundschule "Am Westernplan" überlegten sich deshalb zum Beispiel, für die Helfer Kuchen zu backen, um sich für den Einsatz in den Hochwassertagen zu bedanken. Gemeinsam gingen sie am Dienstag zum Baudezernat, überreichten die leckeren Aufmerksamkeiten und sangen für die Feuerwehrleute. Der Kölner Daniel Leupold war gerührt: "Ich habe selbst Kinder, die fragen jeden Tag, wann ich wieder nach Hause komme. Wenn die Schulkinder dann mit Kuchen so vor einem stehen und singen, muss man sich schon ein Tränchen aus den Augenwinkeln reiben."

Für die durchaus hochwassererprobten Helfer aus Köln und Umgebung ist der Einsatz in Magdeburg nicht nur wegen der gewaltigen Flut und deren Folgen ein außergewöhnlicher. Der Kölner Branddirektor Feyrer sagt: "Es ist sehr bewegend, welchen Zuspruch wir von den Menschen hier erfahren. Sie empfangen uns begeistert und versorgen uns selbst in diesen für sie schwierigen Zeiten mit Getränken und Essen." Mit reichlich rheinischem Frohsinn ausgestattet, überraschte die Helfer die "freundliche und herzliche Mentalität der Magdeburger außerordentlich", wie Daniel Leupold sagt: "Egal ob mit Kuchen oder 500 Dönern - wir wurden toll verpflegt. Besonders beeindruckt hat uns auch die tatkräftige Unterstützung der Bürger beim Sandsackfüllen und beim Deichverbau. Den musikbeschallten Sandsackfüllplatz mit Liegewiese und Kinderbetreuung möchten wir beim nächsten Hochwasser auch in Köln einführen."

Leupold betont: "Ohne die Mithilfe der Bevölkerung wäre es den Einsatzkräften nicht möglich gewesen, so schnell zu reagieren. Die Mobile Führungsunterstützung Rheinland dankt den Magdeburgern für den außergewöhnlich herzlichen Empfang und die tolle Unterstützung mit Lebensmitteln und herzlichen Worten."

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