Jakarta (dpa/kc). Nach dem schweren Erdbeben und Tsunami in Indonesien zeigt sich jetzt das Ausmaß der Katastrophe auf den Mentawai-Inseln. Helfer fanden tausende verstörte Menschen, die in den verwüsteten Dörfern nach Angehörigen suchten. Die Horrorerlebnisse der Bewohner wecken Erinnerungen an den Tsunami vom Dezember 2004, der rund um den Indischen Ozean mehr als 230000 Menschenleben forderte.

Als Konsequenz aus dieser Flut ist vor zwei Jahren vor der gesamten Küste Indonesiens ein Warnsystem aufgebaut worden. Doch die Bewohner der Inseln wurden nicht gewarnt, als am Montag die Killerwellen kamen.

Zwei deutsche Warnbojen vor Mentawai seien defekt gewesen, sagte Erdbebenexperte Danny Hilman Natawidjaja. Offenbar aus Kostengründen seien keine neuen Warnbojen angeschafft worden, vermutet Ridwan Jamaluddin von der indonesischen Behörde für Technik. "Diese Bojen sind sehr teuer, pro Stück rund 300000 Euro", sagte er im Gespräch mit BBC World.

Dagegen beteuerte das Geoforschungszentrum Potsdam, das das System entwickelt hat, sämtliche Komponenten des Frühwarnsystems hätten funktioniert. Die Messung sei präzise gewesen, das Beben habe aber zu nah an der Küste gelegen, um die Menschen noch rechtzeitig warnen zu können.