Schmalkalden (dpa). Der riesige Erdkrater im südthüringischen Schmalkalden soll deutlich schneller als erwartet verschwunden sein. Seit gestern rollen ununterbrochen Laster zu dem Erdloch , das mit Kies verfüllt wird. "Wir gehen davon aus, dass die Arbeiten in den nächsten sieben Tagen erledigt werden können", sagte Schmalkaldens Bürgermeister Thomas Kaminski.

Zwei Bagger sind eingesetzt, darunter einer mit einem 18,5 Meter langen Greifarm. Zum Füllen des 20 Meter tiefen Kraters werden etwa 40000 Tonnen Kies benötigt – rund 2000 Lastwagen-Ladungen. Stündlich bringen acht bis neun Lastwagen Kies aus einer knapp zwölf Kilometer entfernten Grube zur Unglücksstelle. Laster und Bagger sind im 24-Stunden-Einsatz.

Sobald das riesige Erdloch verfüllt ist, soll im Umfeld des Kraters ein Frühwarnsystem installiert werden, das mögliche Erdbewegungen signalisiert. Es wird bei Bohrungen zur Untersuchung des Untergrunds eingebaut. Ein System, das Anwohner schnell vor Erdbewegungen im Untergrund warnt, gibt es schon länger in der Gemeinde Tiefenort. Dort war vor Jahren ebenfalls in einem Wohngebiet ein Krater aufgebrochen.

Experten fürchten, dass Regen weitere Ausspülungen und neue Erdeinbrüche auslösen könnte. Vorbeugend wurden Wasser- und Abwasserleitungen verlegt, um das Loch vor einem Wassereinbruch zu schützen.

Thüringens Umweltminister Jürgen Reinholz verwies darauf, dass etwa 60 Prozent der Landesfläche wegen der geologischen Bedingungen gefährdet sind. Die Erdkrater entstehen, wenn etwa salzhaltige Schichten im Boden ausgewaschen werden und Hohlräume entstehen. Der Krater in Schmalkalden war in der Nacht zum Montag in einer Wohnsiedlung aufgebrochen.