Magdeburg l Die AfD solidarisiert sich mit US-Wahlsieger Donald Trump. Die stellvertretende Bundesvorsitzende Beatrix von Storch sprach am Mittwochabend auf einer AfD-Demo in Magdeburg von einer „historischen Wahl“. Die US-Bürger hätten „das gesamte Establishment“ abgewählt. Dies sei vorbildhaft. Storch, die seit der Europawahl 2014 Mitglied des Europäischen Parlaments ist, sagte mit Blick auf die Bundestagswahl 2017 in Deutschland: „Wir können alles erreichen!“

Acht Monate nach dem Einzug in den Landtag hatte die Alternative für Deutschland erstmals wieder zu einer Demonstration auf dem Domplatz eingeladen. Motto diesmal: „Gegen Multi-Kulti um jeden Preis“. Rund 330 Menschen waren dem Aufruf nach Polizeiangaben gefolgt. Etwa 670 Gegendemonstranten („Nie wieder – Kundgebung gegen Rassismus und Hass“) versuchten die AfD-Demo mit Trillerpfeifen und Tröten zu stören. Die Polizei war mit mehreren Hundert Einsatzkräften zur Absicherung der Demonstrationen vor Ort.

Auf der AfD-Demo trat ein Musikduo auf, dass sich offen zur Identitären Bewegung bekannte und dafür viel Applaus erhielt. Die rechtsextreme Gruppierung wird vom Verfassungsschutz beobachtet.

Grünen-Landeschefin Susan Sziborra-Seidlitz hatte im Vorfeld kritisiert, dass die AfD ihre Demo ausgerechnet für den 9. November, am „Schicksalstag der Deutschen“, angemeldet hat. „Diesen Tag mit einer Demonstration für sich zu reklamieren, ihn ohne Beachtung seiner Bedeutung mit islamophoben Ideen und populistischem Gebaren zu beladen, zeugt von einer ungeheuren Geschichtsvergessenheit der AfD“, erklärte sie.

Die AfD-Demo beinhaltete auch einen Umzug durch die Innenstadt. Währenddessen riefen die AfD-Teilnehmer mehrfach „Merkel nach Sibirien, Putin nach Berlin!“. Vor der Staatskanzlei, dem Dienstsitz von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), skandierten sie „Hasi muss weg!“.