Magdeburg l Als 2014 die Strecke zwischen Wolmirstedt und Colbitz freigegeben wurde, lag Sachsen-Anhalt noch vorn: Das fünf Kilometer lange Stück war der erste fertiggestellte Abschnitt der neu zu bauenden Autobahn zwischen Magdeburg und Schwerin. Doch seitdem drehte sich kein Kran mehr und mittlerweile hat Mecklenburg-Vorpommern die Nase weit vorn. Im Ostseeland ist die Piste fast fertig. Zwischen Schwerin und Ludwigslust rollt der Verkehr auf 16 Kilometern seit fast zwei Jahren. Wenn im Dezember die letzte, zehn Kilometer lange Etappe freigegeben wird, dann ist der Bau der A 14 in Mecklenburg-Vorpommern Geschichte. Der nördlichste Zipfel von Schwerin bis Wismar – teilweise schon zu DDR-Zeiten begonnen – ist ohnehin schon seit 2009 fertig.

Beim Nachbarn Brandenburg sieht es ähnlich mau wie in Sachsen-Anhalt aus: Dort ist erst ein 12-Kilometer-Stück befahrbar. Für die fehlenden 18 Kilometer bis Wittenberge samt ökologisch heikler Querung der Elbe zieht sich das Planverfahren seit acht Jahren hin. Ähnlich zäh läuft es in Sachsen-Anhalt.

Wäre alles glattgegangen, hätten die Ostseeurlauber schon dieses Jahr die Piste zwischen Colbitz und Lüderitz bei Stendal nutzen können. Seit 2013 sind die Planungen für die beiden Bau-Abschnitte auf jener Strecke beendet, 2014 hätten die Bagger anrücken können. Doch Sachsen-Anhalt verlor eine Klage – unter anderem wegen Planungspannen sowie wegen des Ziegenmelkers, eines lärmempfindlichen Piepmatzes. 2016 beendete der lange auf Krawall gebürstete Umweltverband BUND und die Landesregerung ihren Dauerzwist mit einem Kompromiss: Das Land investiert 3,5 Millionen Euro zusätzlich in den Lärm- und Naturschutz. Dafür verzichtet der Verband auf Klage.

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Am Mittwoch starten Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) und Staatssekretär Enak Ferlemann aus dem Bundesverkehrs-Ressort offiziell den Streckenbau. Zunächst für die Etappe von Colbitz bis zur Anschlussstelle Tangerhütte. Nächstes Jahr folgt das sich daran anschließende Stück bis Lüderitz.

7000 Laster täglich

Auf der Strecke von Colbitz bis Tangerhütte rücken zunächst die Brückenkonstrukteure an. Bei der Ortschaft Dolle, an der künftigen Anschlussstelle, wird in den kommenden Jahren auch eine Tankstelle mit Raststätte hochgezogen. 2020 soll die Piste fertig sein, ein Jahr päter dann auch die Strecke bis Lüderitz.

Für 2025 erwarten Fachleute gut 30.000 Autos täglich auf der Autobahn zwischen Magdeburg und Stendal – darunter 7000 Laster. Vorausgesetzt: Die A 14 wird bis dahin komplett bis Schwerin fertig und entfaltet ihre volle Wirkung. Das könnte knapp werden. Die ohnehin zähen Planungen werden sich weiter verzögern. Vor allem verschärfte EU-Wasserschutz-Vorgaben machen den Planern zu schaffen. Die Gesetze gelten zwar schon seit 2010, doch die planungsrechtlichen Konsequenzen daraus wurden erst 2015 gezogen. Nun sollen die Pläne für die fehlenden Strecken bis Wittenberge 2019 fertig sein. Dann könnten 2023 die Autos rollen.

Wenn keiner klagt.