Magdeburg/Wolmirstedt (dpa) l Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat bei seinem Besuch in Sachsen-Anhalt für mehr Ganztagsschulen geworben. "Man muss daraus keine Pflicht machen, aber mehr solche Angebote wären gut", sagte Steinmeier am Mittwoch. Das Staatsoberhaupt informierte sich in der Johannes-Gutenberg-Schule in Wolmirstedt über die besonderen Angebote der Einrichtung. Die Schule setzt vor allem auf selbstständiges Arbeiten der Schüler und bietet zudem mehrere Werkstätten zur Berufsorientierung an. Für ihr Konzept war sie im vergangenen Jahr im Wettbewerb "Starke Schule" ausgezeichnet worden.

Steinmeier verwies auf die besonderen Angebote, die nur an Ganztagsschulen möglich seien. "Die Schüler haben hier Möglichkeiten, die bei einer halbtägigen Beschulung gar nicht möglich wären." Er  nannte Arbeitsgruppen, Workshops und praktische Kurse in den Werkstätten als Beispiele. Ganztagsangebote seien zudem für viele Eltern unverzichtbar. Wenn beide Elternteile ganztägig arbeiteten, hätten sie oft keine andere Möglichkeit, ihre Kinder unterzubringen.

In den Werkstätten der Johannes-Gutenberg-Schule machte sich der Bundespräsident selbst ein Bild vom besonderen Unterricht der Schule. In einem kleinen Gewächshaus sprach er mit Schülern und der Lehrerin Stefanie Hennig, die Pflanzenschmuck für die heimische Wohnung bastelten. "Die Kinder sollen herausfinden, was ihnen liegt – oder auch, was ihnen überhaupt keinen Spaß macht", erklärte Hennig.

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Werkstätten für Robotik

Neben dem Umgang mit Pflanzen im Gewächshaus gebe es Werkstätten für Robotik, eine Fahrradwerkstatt oder auch eine Küche, um das Arbeiten in der Gastronomie auszuprobieren. In höheren Klassenstufen könnten sich die Schüler dann für Schwerpunkte entscheiden.

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Steinmeier war am Morgen zu seinem offiziellen Antrittsbesuch nach  Sachsen-Anhalt gekommen. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) begrüßte das Staatsoberhaupt vor der Magdeburger Staatskanzlei. Steinmeier ließ es sich bei dieser Gelegenheit nicht nehmen, spontan zu Schülern des Domgymnasiums auf der anderen Straßenseite zu gehen, die sich vor ihrer Schule aufgestellt hatten und den Bundespräsidenten winkend und mit Applaus empfingen.

Nach dem Besuch der Ganztagsschule war ein Gespräch zur Gesundheitsversorgung auf dem Land auf Schloss Letzlingen und ein Empfang für ehrenamtlich Tätige geplant. Steinmeiers zweitägiger Besuch endet am Donnerstag in Halle und Sandersdorf-Brehna (Kreis Anhalt-Bitterfeld).