Magdeburg (dpa) l In Sachsen-Anhalt haben sich am Sonntag (27. Dezember) die mobilen Impfteams in Landkreisen und kreisfreien Städten auf die Corona-Impfaktion vorbereitet. In Magdeburg trafen sich am frühen Morgen drei Teams aus Ärzten, Impfhelfern und Verwaltungshelfern am Impfzentrum auf dem Messegelände. Die Autos seien übergeben worden, die letzten Abstimmungen liefen, sagte der organisatorische Leiter Matthias Boxhorn vom Johanniter-Regionalverband Magdeburg/Börde/Harz. "Ich bin so froh, dass wir heute anfangen. Es ist ein Segen, dass wir impfen können", sagte ein Arzt.

Anschließend wollten die Impfteams in ein Pflegeheim im Norden Magdeburgs fahren, um dort die Bewohnerinnen und Bewohner und auch Pflegepersonal zu versorgen. Auch Krankenhäuser haben Impfstoff erhalten, um besonders gefährdete Mitarbeiter zu immunisieren.

Erste Impfung im Harz

Landesweit sollen am Sonntag die Corona-Impfungen beginnen. Am Vortag hatte der Landkreis Harz in einem Seniorenzentrum in Halberstadt schon losgelegt. Dort war eine 101-Jährige als erste Bewohnerin geimpft worden.

Insgesamt 9750 Impfdosen waren bereits am Samstagmorgen an das Land geliefert worden, sie wurden gleich in die Regionen verteilt. Im Landkreis Harz gingen erste Dosen in das Seniorenzentrum Krüger in Halberstadt, wo sich als erste die 101-jährige Edith Kwoizalla impfen ließ, weitere Bewohnerinnen und Bewohner sowie Pflegepersonal folgten.

Impfungen sind freiwillig

Nun sollen an vielen Orten im Land mobile Impfteams in Senioren- und Pflegeheime gehen, um die besonders gefährdeten Menschen zu impfen. Einen Teil der Impfdosen geht an Krankenhäuser, damit das Personal immunisiert werden kann. Die Impfungen sind freiwillig.´Der symbolische landesweite Auftakt (14 Uhr) ist in einem Pflegeheim in Dessau-Roßlau geplant. Dazu werden Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) und Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) erwartet.

Schon deutlich vor dem symbolischen Start legen die ersten Impfteams los. In Magdeburg etwa sollte ab 8 Uhr in einem ersten Heim im Norden der Stadt geimpft werden. Die Impfbereitschaft sei hoch, sagte Matthias Boxhorn, organisatorischer Leiter vom Johanniter-Regionalverband Magdeburg/Börde/Harz. Deshalb sei von ursprünglich zwei Teams auf drei aufgestockt worden. In dem kommunal getragenen "Haus Heideweg" gebe es 120 Impfwillige, zudem wollten sich mehr als 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immunisieren lassen. Das Universitätsklinikum sei auch mit Impfstoff versorgt worden, andere Krankenhäuser sollten folgen. Insgesamt stehen mit der ersten Lieferung in Magdeburg 975 Impfdosen zur Verfügung, sagte Boxhorn.

Auch in Halle sind am zweiten Weihnachtsfeiertag 975 Impfdosen angekommen. Damit werde die Impfkampagne planmäßig am Sonntag beginnen, hieß es aus der Verwaltung. "Fünf mobile Teams werden zunächst Bewohnerinnen und Bewohner in den Alten- und Pflegeheimen impfen, die in den vergangenen Wochen von einem Infektionsgeschehen betroffen waren." Rund 30 Prozent der Impfdosen würden verteilt an die fünf Krankenhäuser in der Stadt.

Zwei Piekse im Abstand von drei Wochen

Geimpft werden muss zügig. Der Stoff wurde auf minus 75 Grad gekühlt geliefert. "Sowie wir ihn aus dieser Lagerung herausnehmen und auftauen, haben wir nur noch eine Verwendungsmöglichkeit von 120 Stunden. Das ist nicht wirklich viel", hatte Boxhorn vorab gesagt. Um eine Immunisierung zu erreichen, sind zwei Piekse im Abstand von drei Wochen nötig. Die nächste Impfstofflieferung wird noch vor Jahresende erwartet und dann wöchentlich. Bis Mitte Februar wird laut Ministerium mit 175.000 Impfdosen gerechnet.

In den zurückliegenden Wochen haben die Landkreise und kreisfreien Städte Impfzentren aufgebaut. Dort soll die Arbeit losgehen, wenn ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht. Geimpft werden kann nur, wer einen Termin hat. Die Terminvergabe beginnt laut Sozialministerium voraussichtlich Mitte Januar.

Das Infektionsgeschehen ist weiter hoch in Sachsen-Anhalt – es liegt über dem bundesweiten Durchschnitt. Am Samstag meldete das Sozialministerium für das Land 211,55 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen, bundesweit waren es zuletzt 171 gewesen. In Sachsen-Anhalt werden auch mehr Covid-19-Patienten mit einem schweren Verlauf in den Krankenhäusern behandelt. Am Samstag waren 154 Intensiv- und Beatmungsbetten mit diesen Patienten belegt, 82 wurden künstlich beatmet. Am Freitag waren es noch 149 dieser Spezialbetten und 77 beatmete Covid-19-Patienten gewesen.