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Christopher street day Wann und wo 2024 in Sachsen-Anhalts CSD-Demos stattfinden

Magdeburg, Halle, Stendal, Zeitz: In vielen Städten in Sachsen-Anhalt wird dieses Jahr der Christopher Street Day gefeiert. In Köthen findet am Samstag sogar zum ersten Mal ein CSD statt. Die Termine im Überblick.

Von DUR/rw Aktualisiert: 13.06.2024, 11:42
Beim CSD in Schönebeck im April 2024 nahmen nach Angaben der Organisatoren rund 1.000 Menschen teil.
Beim CSD in Schönebeck im April 2024 nahmen nach Angaben der Organisatoren rund 1.000 Menschen teil. Foto: dpa

Halle (Saale). - Knapp zehntausend Menschen sind im August 2023 beim Christopher Street Day in Magdeburg durch die Straßen gezogen, um für Toleranz, Akzeptanz und Gleichstellung von LGBTIQ+-Personen zu demonstrieren.

Weniger gut besucht, aber nicht weniger politisch sind CSD-Demos in den kleineren Städten Sachsen-Anhalts, die sich in den vergangenen Jahren etabliert haben, etwa in Schönebeck oder Wernigerode.

CSD 2024 Sachsen-Anhalt: Schönebeck macht den Anfang

Dieses Jahr finden erstmals zehn CSDs in Sachsen-Anhalt statt. Den Anfang hat zum vierten Mal in Folge Schönebeck gemacht. An der Veranstaltung unter dem Motto "Selbstbestimmt und selbstbewusst vereint!" nahmen nach Angaben der Organisatoren rund 1.000 Menschen teil.

Weil 2023 mehrere Menschen auf der Abschlussparty des CSDs in Schönebeck attackiert worden waren, gab es in diesem Jahr keine After-Show-Party.

CSD Schönebeck 2024: Keine Angriffe auf Teilnehmende

Laut Polizei verlief der diesjährige CSD in Schönebeck friedlich. Das bestätigt auch Falko Jentsch vom Verein CSD Sachsen-Anhalt. "Wir sind sehr, sehr zufrieden mit der Arbeit der Polizei vor Ort", teilt er auf Anfrage mit.

Am Abend des 27. Aprils, so erzählt es Jentsch, habe eine größere Gruppe den Salzblumenplatz betreten und versucht, die Veranstaltung zu stören. Die Polizei habe aber schnell reagiert, sodass es zu keinen Ausschreitungen gekommen sei. Dass die Polizei – anders als 2023 – nach der Demonstration vor Ort geblieben ist, lobt Jentsch. "Das ist eine sehr positive Veränderung."

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Hier finden 2024 in Sachsen-Anhalt CSD-Demos statt:

So verliefen die CSDs in Dessau, Salzwedel und Wernigerode

Der zweite CSD des Jahres wurde am 18. Mai in Dessau-Roßlau gefeiert. Um 12 Uhr startete die Demo auf dem Marktplatz, anschließend fand ein Straßenfest statt. Bei der Abschlussparty im Dormero Hotel am Marktplatz legten DJs auf, außerdem gab es eine Drag-Show.

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Am CSD in Salzwedel am 1. Juni nahmen rund 130 Menschen teil. Im Anschluss an die Demo fand in der Kulturnische eine CSD-Party statt. Nach Angaben der Polizei Salzwedel verliefen sowohl die Demo als auch die Party friedlich – abgesehen von einer Strafanzeige wegen eines abgerissenen Wahlplakats und einem Platzverweis an der Kulturnische.

Auch der CSD in Wernigerorde am 8. Juni verlief ohne große Vorkommnisse. Wie die Polizei mitteilte, habe es nur "kleinere Vorfälle" gegeben, etwa beschädigte Regenbogenfahnen oder ein queerfeindliches Graffiti.

Im Vergleich zum CSD 2023, bei dem Teilnehmende unter anderem mit einer stinkenden Flüssigkeit bespritzt wurden, lief der diesjährige CSD in Wernigerode laut Polizei entspannt ab. Rund 800 Menschen nahmen nach Angaben der Organisatoren an der Demo teil.

Erster CSD 2024 in Köthen am 15. Juni 2024

Köthen (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) veranstaltet dieses Jahr zum ersten Mal einen CSD. Das Motto lautet "Queer - Wir waren schon immer hier". Die Veranstalterinnen und Veranstalter rechnen mit knapp 1.000 Teilnehmenden.

Los geht es am 15. Juni um 12 Uhr auf dem Marktplatz in Köthen. Um 13 Uhr startet der Demonstrationszug durch die Stadt. Die Route ist rund sechs Kilometer lang. Anschließend findet ein Straßenfest mit Infoständen, Bühnenprogramm und Redebeiträgen statt. Um 22 Uhr beginnt die CSD-Aftershowparty im Mensakeller in der Fasanerieallee 1a.

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Anlässlich des CSDs am 15. Juni findet in Köthen eine Aktionswoche mit vielen Veranstaltungen statt: Am Montag (10. Juni) wurden Regenbogenfahnen an der Hochschule Anhalt und am Rathaus gehisst, am Dienstag (11. Juni) fand ein queerer Spaziergang durch den Tierpark statt, am Mittwoch (12. Juni) wurden im Büro der "Partnerschaft für Demokratie" Plakate für den CSD gestaltet.

Am Donnerstag (13. Juni) gibt es um 16 Uhr eine Stadtführung unter dem Motto "Bunte Straßen, lebendige Geschichten", am Freitag (14. Juni) wird um 18 Uhr im Cine Circus in der Film "Alle Farben des Lebens" gezeigt, am Sonntag (16. Juni) um 14 Uhr laden die Veranstalter des CSDs zu einem queeren Gottesdienst in die Jakobskirche auf dem Marktplatz ein.

So schätzt die Polizei die Sicherheit des CSDs in Köthen am 15. Juni ein

"Köthen ist eine bunte, eine weltoffene Stadt. Aus diesem Grund freue ich mich sehr, dass der Christopher-Street-Day am 15. Juni 2024 erstmals in Köthen stattfindet", teilte Köthens Bürgermeisterin Christina Buchheim (Linke) mit. "Ich danke dem gesamten Organisationsteam für die aufwendige Planung und Durchführung dieser Veranstaltung."

Hauptorganisator des CSDs in Köthen ist der Student Julian Miethig. "Köthen hat es zwingend notwendig, auch mal seine bunte Seite zu zeigen".  Schon vor den ersten Vorbereitungstreffen gab es Anfeindungen aus der rechten Szene.

Der Leiter des Polizeireviers Köthen, Matthias Król, ist zuversichtlich, dass der erste CSD in Köthen friedlich verlaufen wird. "Ich sehe vorrangig ein gut vorbereitetes, buntes und friedliches Fest", sagte er dem MDR. Dass Personen versuchen werden, den CSD zu stören, könne der Polizist nicht ausschließen. Er sehe aber "keine große Gefährdungslage hinsichtlich Anschlagsszenarien oder tätlichen Angriffen".

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Queerfeindliche Angriffe bei CSD-Demos 2023

Der CSD im Burgenlandkreis, der 2023 erstmals in Weißenfels stattfand, wird in diesem Jahr in Zeitz gefeiert. "Das hat aber nichts mit den Angriffen zu tun, die es vergangenes Jahr beim CSD in Weißenfels gab", sagt Jentsch vom CSD Sachsen-Anhalt. "Die Organisator:innen haben von Anfang an geplant, den CSD in verschiedenen Orten im Burgenlandkreis zu veranstalten."

Vergangenes Jahr kam es bei mehreren CSDs in Sachsen-Anhalt zu queerfeindlichen Angriffen. Mutmaßlich Rechtsextreme hatten im August 2023 beim ersten CSD in Weißenfels Teilnehmende angepöbelt und bedrängt, Flaschen und Steine geworfen und den Hitlergruß gezeigt.

Beim CSD in Halle im September 2023 wurden vier Menschen verletzt, einer von ihnen schwer. Auch in Wernigerode, Dessau-Roßlau und Stendal wurden Angriffe im Zusammenhang mit den Demonstrationen zum Christopher Street Day registriert.

CSDs in Sachsen-Anhalt: Stärkeres Engagement der Polizei

Falko Jentsch vom CSD Sachsen-Anhalt sieht in diesem Jahr ein stärkeres Engagement der Polizei bei der Vorbereitung der CSDs. Die Polizei habe dazugelernt. "Ich denke, wir werden sehr sichere CSDs haben."

Der Verein CSD Sachsen-Anhalt setzt sich für queere Sichtbarkeit im ländlichen Raum ein. "Viele Teile unserer Community erleben, vor allem in ländlichen Regionen, weiterhin Ausgrenzung und Diskriminierung", heißt es auf der Website des Vereins. Aus diesem Grund sei der Verein gegründet worden.