Magdeburg (dpa) l Sachsen-Anhalts Aufarbeitungsbeauftragte Birgit Neumann-Becker will SED-Verfolgten mit gesundheitlichen Folgeschäden mehr Hilfe zukommen lassen. Dazu strebt sie den Aufbau eines medizinischen Behandlungszentrums für Betroffene wie ehemalige politische Häftlinge, Heimkinder und Doping-Opfer an der Universität Magdeburg an.

"Das würde den Betroffenen unmittelbar helfen und es wäre ein deutliches Zeichen mit Blick auf 30 Jahre Friedliche Revolution", sagte Neumann-Becker am Dienstag in Magdeburg. Dort überreichte sie ihren Tätigkeitsbericht 2018/19 an Landtagspräsidentin Gabriele Brakebusch.

Anlaufstelle für ganz Deutschland

Das Behandlungszentrum, dessen Idee Neumann-Becker schon eine Weile verfolgt, soll Anlaufstelle für Betroffene aus ganz Deutschland sein. Ein Konzept hätten Experten der Universität schon erarbeitet. Neumann-Becker hofft auf eine Finanzierung über den nächsten Landeshaushalt, der derzeit aufgestellt werde.

Für eine dreijährige Pilotphase wären ihr zufolge rund eine Million Euro nötig. Hintergrund sei zum einen, dass die Gesundheitsschäden Betroffener nach Gefängnis- oder Heimaufenthalten oder Doping oft nicht anerkannt würden. Zudem würden sie bislang nicht optimal behandelt, weil die Mediziner nicht über das nötige Hintergrundwissen verfügten.