Magdeburg l Spätestens, wenn die Oster-Deko in den Fenstern hängt, werden auch im Salzlandkreis alle Weihnachtsbäume vor den Haustüren verschwunden sein. Davon geht zumindest Ralf Felgenträger, Betriebsleiter des Kreiswirtschaftsbetriebs im Landkreis, aus. Im Salzlandkreis werden die Nadelbäume auf der Biotonnen-Tour mit abgeholt. „Eine Zeitvorgabe gibt es nicht“, so Felgenträger. Dafür aber ein paar Bedingungen. „Es ist wichtig, dass die Bäume von Kugeln, Lametta und sonstigem Weihnachtsschmuck befreit sind: Wichtig deshalb, weil die Bäume anschließend in die Verwertungsanlage kommen.“

Weiter nördlich, im Altmarkkreis Salzwedel, gibt es hingegen festgeschriebene Termine. Ausschließlich in den Städten Arendsee, Kalbe/Milde, Klötze, Gardelegen und Salzwedel werden im Januar ausgediente Weihnachtsbäume kostenfrei entsorgt – und zwar an einem jeweils festgeschriebenen Termin. 23 Tonnen sind so im vergangenen Jahr zusammengekommen.

Vermutlich mehr als 300.000 Bäume

Wie viele Bäume jährlich im Januar nach dem Weihnachtsfest entsorgt werden, wird nicht erfasst. Liegt man die Zahlen aus einzelnen Landkreisen zugrund, dürften es aber allein im nördlichen Sachsen-Anhalt rund 300.000 Nadelbäume sein. Bei einem Preis von rund 20 Euro pro Baum sind das stattliche sechs Millionen Euro – die vermutlich wertvollste Bio-Entsorgungsmasse eines jeden Jahres.

Auch im Harz waren es im vergangenen Jahr satte 157 Tonnen. Hier sammelt die Entsorgungswirtschaft (enwi) des Landkreises noch bis einschließlich 16. Januar ausgediente Nadelbäume ein. Je nach Bedarf entscheiden die Städte und Gemeinden selber, ob die Bäume an einer Sammelstelle oder an einem bestimmten Termin direkt vor der Haustür abgeholt werden. So werden heute in Wernigerode und morgen in Quedlinburg die Nadelbäume per Straßen sammlung abgeholt. Auch hier gilt: Kein Weihnachtsbaumschmuck, auch Lametta nicht, darf mehr am Baum sein. „Es gibt aber auch einige wenige Orte, die auf die Entsorgung durch uns verzichten“, so enwi-Sprecherin Heide Wonneberg.

Nicht immer reibungslos

Doch nicht immer läuft die Entsorgung der alten Christbäume so reibungslos. So sei es im Landkreis Börde vor mehr als 20 Jahren üblich gewesen, die alten Bäume direkt am Glascontainer abzulegen. „Wir sagen den Menschen alle Jahre wieder, bitte, bitte, stellen Sie die Bäume nicht an die Glascontainer, sondern dorthin, wo Sie auch Ihre Tonnen hinstellen“, sagte Astrid Schäfer vom Abfallbetrieb.

Ein weiteres Problem: Der Abfallbetrieb ist nicht befugt, private Grundstücke zu betreten. Dennoch warten genau hier in jedem Jahr viele Weihnachtsbäume darauf, abgeholt zu werden – vergeblich. In der Börde hat jede Stadt und jeder Ort seinen eigenen Termin zur Abholung der Weihnachtsbäume. Hier werden die alten Nadelbäume einfach neben die Abfalltonnen gestellt. Nur in Einzelfällen – bei Baustellen oder Sackgassen – gibt es Sammelstellen. Wie fast überall im Land werden die Bäume kompostiert. Wichtig: In der Börde müssen Bäume über 1,50 Meter zerkleinert werden.

Die erwartungsgemäß meiste Arbeit wartet in diesen Tagen auf die Städtischen Abfallbetriebe in Magdeburg und im Saalekreis. Jährlich rund 180 Tonnen, das entspricht in etwas 48 000 Weihnachtsbäumen, werden allein in der Landeshauptstadt entsorgt. Jeder, der eine Biotonne hat, kann den Baum entweder zerkleinern oder daneben stellen. „Die Müllgebühren decken die Entsorgungskosten“, sagte Sprecher Michael Reif.

Noch bis zum 30. Januar läuft im Süden Sachsen-Anhalts die Abholung. Eine Maximalgröße gibt es hier nicht, aber: „Die Bäume müssen von einer Person mühelos angehoben werden können. Optimal wäre das Schreddern und Kompostieren auf dem eigenen Grundstück mittels Komposter“, so Saalekreis-Sprecherin Veronika Olejnicki.

Im Jerichower Land hat die Gemeinde Biederitz das Angebot des Landkreises angenommen, den Grünschnittplatz am 18. Januar von 8 bis 12 Uhr zusätzlich als weitere Abgabestelle zu öffnen.