Klaus Keitel wurde 86 Jahre Erster Landtagspräsident von Sachsen-Anhalt ist verstorben
Der erste Landtagspräsident von Sachsen-Anhalt, Klaus Keitel, ist am 4. Januar 2026 in Halle/Saale im Alter von 86 Jahren verstorben. Das teilte der Landtag am Mittwoch mit.

Magdeburg/Halle - Der CDU-Politiker war von 1990 bis 2002 Mitglied des Landtags und von 1990 bis 1998 dessen Präsident. Bei den Landtagswahlen 1990 und 1994 errang er für die CDU jeweils ein Direktmandat in Halle.
Am 5. Februar 1939 in Naumburg geboren, absolvierte Klaus Keitel die Oberschule August-Hermann-Francke in Halle, schloss ein Studium zum Diplomwirtschaftler ab und wurde durch die Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zum Dr. rer. oec. promoviert. Bis 1990 war er zunächst in der Deutschen Notenbank Halle und sodann in der Zucker- und Stärkeindustrie beschäftigt.
In der friedlichen Revolution engagierte sich Keitel am Runden Tisch des Bezirkes Halle und verantwortete die Reformzeitung, die 1990 als unabhängige Publikation der damaligen Bezirkszeitung „Freiheit“ – heute „Mitteldeutsche Zeitung“ – beigefügt war.
Durch die Regierung de Maizière wurde Klaus Keitel im Mai 1990 zum Regierungsbevollmächtigten ernannt und verantwortete bis zur Wiedererrichtung des Landes Sachsen-Anhalt die Exekutive und Verwaltung im Bezirk Halle in fordernden Zeiten des Umbruchs. Er wirkte zudem als stellvertretender Landesbevollmächtigter für Sachsen-Anhalt.
Das Amt „mit souveräner Entschlossenheit“ ausgeübt
Der heutige Landtagspräsident Gunnar Schellenberger (CDU) betonte, Keitel habe sich um die demokratische und insbesondere um die parlamentarische Kultur des Landes überaus verdient gemacht hat. Er habe das Präsidentenamt „mit souveräner Entschlossenheit prinzipienfest und selbstbewusst“ ausgeübt. „Er war über die Fraktionsgrenzen hinweg respektiert und sehr anerkannt.“
Schellenberger weiter: „Er prägte das Präsidentenamt und setzte auch insoweit Maßstäbe. Besonders verdient gemacht hat er sich um die Gewährleistung der Rechte des Landtages und seiner Mitglieder in der 1992 beschlossenen Landesverfassung, um die Herstellung professioneller Arbeitsbedingungen am Sitz des Landtages sowie um den Aufbau einer leistungsfähigen Parlamentsverwaltung.“
Aussöhnun mit Israel war Klaus Keitel ein besonderes persönliches Anliegen
Die Aussöhnung mit Israel und die Bewahrung des jüdischen Lebens in Sachsen-Anhalt seien ihm besondere persönliche Anliegen gewesen. „Sehr engagiert war er zudem für Menschen mit Behinderungen.“
2007 wurde Klaus Keitel als erstem Träger der durch Ministerpräsident Wolfgang Böhmer gestiftete Verdienstorden des Landes Sachsen-Anhalt verliehen. Er war zudem Träger des Großen Verdienstkreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.