Die Zeiten, in denen Arbeitnehmer ab 55 bereits zum alten Eisen gehörten, sind vorbei. Arbeitgeber wissen Erfahrung und Fachkompetenz älterer Beschäftigter immer mehr zu schätzen. Gleichzeitig sind immer mehr Berufstätige in der Lage und willens, länger als bis zum offiziellen Renteneintrittsalter zu arbeiten. Das sind die guten Nachrichten hinter der steigenden Zahl von Berufstätigen über 65 Jahre in Sachsen-Anhalt.

Hinter dem Anstieg verbirgt sich allerdings auch eine bedenkliche Entwicklung: So gehört zur Wahrheit, dass die boomende Wirtschaft ältere Fachkräfte halten muss, weil wegen der demografischen Entwicklung in vielen Branchen schlicht der Nachwuchs fehlt. Und: Eine zunehmende Zahl von Senioren wird künftig keine andere Wahl haben, als im Rentenalter arbeiten zu gehen. Das betrifft vor allem Ostdeutsche, die nach der Wende lange arbeitslos waren oder in Niedriglohnjobs landeten und daher nur wenig in die Rentenkassen einzahlen konnten. Sie werden zum zweiten Mal zu Verlierern der Wende.