Wittenberg (dpa) l Die Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt sind nicht nur Museen, sondern auch Orte der kulturellen Bildung für junge Menschen. "Wir sind zu einem außerschulischen Lernort geworden, das wollen wir künftig auch noch mehr sein", sagte der Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, Stefan Rhein, der Deutschen Presse-Agentur. So wurden 2018 seinen Angaben zufolge rund 12.000 Kinder und Jugendliche etwa bei Projekttagen betreut. Zum Reformationsjubiläum 2017 seien es sogar rund 19.000 gewesen. Es gebe auch feste Kooperationen etwa mit Schulen.

Die Reformation, verbunden mit dem Leben und Wirken des Theologen und Universitätsprofessors Martin Luther (1483-1546), sei ein wichtiges Kapitel in der Geschichte, sagte Rhein. Dies lernten junge Menschen mit museumspädagogischen Angeboten hautnah an Luthers Lebensstationen Wittenberg, Eisleben und Mansfeld kennen.

In die Vergangenheit eintauchen

"Wir machen die Reformation lebendig, und für Luther war der Zugang zur Bildung ein ganz wichtiges Thema", sagte Rhein. So könnten Kinder und Jugendliche kreativ, spielerisch und mit Hilfe moderner Medien in die Welt vor 500 Jahren eintauchen, Luther und seine Familie und Weggefährten näher kennenlernen. Die Stiftung Luthergedenkstätten hat fünf Museen in Sachsen-Anhalt und pflegt und vermittelt das Erbe des Reformation.

Luther hatte der Überlieferung nach am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen gegen den Ablasshandel der Kirche – also die Praxis, sich von Sünden freikaufen zu können – an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg geschlagen. Dies gilt als Beginn der Reformation in Kirche und Gesellschaft weltweit, Kritiker sprechen von einer Spaltung. Luther wurde in Eisleben geboren, verbrachte seine Kindheit in Mansfeld und lebte lange in Wittenberg, wo in der Schlosskirche auch sein Grab ist.