Magdeburg (wch/bo) l Sachsen-Anhalt will diesem Nebeneinander von Natur und Geschichte Rechnung tragen und das sogenannte Grüne Band als Naturmonument ausweisen. Die Landesregierung will den Gesetzentwurf dazu voraussichtlich im März im Landtag einbringen. Das Vorhaben soll unter dem Slogan „Vom Todesstreifen zur Lebenslinie“ stehen.

Zur Unterstützung der Pläne hat das Land ein ehrenamtliches Kuratorium eingesetzt. Dieses achtet darauf, dass die geschichtliche Seite nicht zu kurz kommt. „Jeder Tote an diesem sogenannten antifaschistischen Schutzwall war ein Toter zu viel“, sagt Kuratoriumsmitglied Konrad Breitenborn (FDP). Das Grüne Band müsse deshalb als nationales Naturmonument die Erinnerung an einen mörderischen Todesstreifen wach halten. Ihn zu überwinden, habe viele Menschen das Leben gekostet. „Insofern ist dieses Vorhaben keinesfalls nur ein Naturschutzprojekt.“ Im Kuratorium sind neben Breitenborn die früheren Landespolitiker Karl-Heinz Daehre (CDU), Ulrich-Karl Engel (Grüne) sowie Manfred Püchel (SPD).

Das Naturmonument soll zum 30. Jahrestag des Mauerfalls im Herbst dieses Jahres fertig sein. Botschafter für das Grüne Band ist Rekordwanderer Benno Schmidt, bekannt als „Brocken-Benno“. In Sachsen-Anhalt verlaufen etwa 343 Kilometer des insgesamt rund 1400 Kilometer langen ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifens.

Status bereits im November erhoben

Der Thüringer Landtag hat das Grüne Band bereits am 9. November 2018 in den Status eines nationalen Naturmonuments erhoben. Umweltministerin Anja Siegesmund (Grüne) sagte, dass wertvolle Erinnerung und kostbare Natur gleichermaßen geschützt würden. Zur Aufarbeitung der SED-Diktatur werde das Grüne Band einen wichtigen Beitrag leisten – gemeinsam mit den Erinnerungsstätten und Grenzlandmuseen.

Mit einer Länge von 763 Kilometern hat Thüringen den mit Abstand größten Anteil am Grünen Band.