Egelner Mulde l Die Nachricht verbreitete sich in der Verbandsgemeinde wie ein Lauffeuer, und in den sozialen Medien brandete ein Sturm der Entrüstung auf: Zuvor war bekannt geworden, dass ein 26 Jahre alter Mann, der als Erzieher in einer Kindestagesstätte für das Wohl und Wehe seiner Schutzbefohlenen verantwortlich war, diese sexuell missbraucht haben soll.

Eltern von Kindern – die Rede ist von zwei – hatten die Polizei informiert und am vergangenen Freitag den 26-Jährigen angezeigt. Daraufhin war er noch am selben Tag vorläufig festgenommen worden.

Ein dringender Tatverdacht

Nach einer Hausdurchsuchung und der Vernehmung als Beschuldigter wurde er auf Antrag der Staatsanwaltschaft dem Haftrichter in Oschersleben vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl.

Untersuchungshaft wird immer dann verhängt, wenn es einen „dringenden Tatverdacht“ gibt. Aufgrund von Zeugenaussagen, aber auch, wenn sich objektive Beweise ergeben haben.

Staatsanwalt Frank Baumgarten sprach von einem brisanten Fall und machte mit Blick auf den Opferschutz keine weiteren Angaben zum Fall. Der 26-Jährige soll sich zu den Vorwürfen geäußert haben. Ob er sie eingeräumt hat, ließ Baumgarten offen.

Allerdings bestätigte Baumgarten, dass der 26-Jährige in einer Kindestagesstätte gearbeitet habe. Aus Ermittlerkreisen war zu erfahren, dass es dort zu „gegenseitigen Berührungen der Geschlechtsteile“ gekommen sein soll.

Kinder- und Jugendwart der Feuerwehr

Der Volksstimme gegenüber hatte sich der Tatverdächtige vor einigen Tagen in einem Interview dahingehend geäußert, er habe schon früh gewusst, dass er diesen Beruf ergreifen möchte. Die Arbeit mit den Kindern mache ihm Spaß. Zum Zeitpunkt des Gesprächs hatte er seine Kindergartengruppe mit den Drei- bis Sechsjährigen abgegeben und war in den Hort gewechselt.

Im Ehrenamt kümmert sich der 26-jährige zudem um einen weiteren Kinderbereich. Er unterrichtet Kinder und Jugendliche der Freiwilligen Feuerwehr seines Ortes in Theorie und Praxis.

Einwohner der Gemeinde waren völlig überrascht von den Vorwürfen. „Wir kennen ihn als rührigen Menschen“, so eine Frau aus dem Ort. „Er hat sich um Feierlichkeiten gekümmert und leitet den Verein zur Förderung der Festkultur.“ Ein älterer Mann ergänzt: „Der Verein hat 25 Mitglieder und schon viermal die beliebten Bierfeste organisiert.“

Dass der Nachbar etwas mit Kindesmissbrauch zu tun haben könnte, hätten sie nie gedacht.