Magdeburg l Magdeburg l Klinikchef Hans-Jochen Heinze bestätigte am Freitag der Volksstimme, dass  es zwischen 2016 und November 2019 zu falschen Befunden gekommen sei. Als Konsequenz daraus sei im Januar dieses Jahres dem  bisherigen Institutsleiter fristlos gekündigt worden.

Heinze betonte, die Vorgänge, die auf einer anonymen Anzeige  basieren, würden „maximal aufgeklärt". Zwei externe Institute würden momentan Tausende Gewebebefunde erneut überprüfen. Es handele sich um alle Vorgänge, die der Institutsleiter selbst vorgenommen beziehungsweise veranlasst habe. Ergebnisse erwartet Heinze in zwei  bis drei  Wochen.

Bereits jetzt stehe aber fest, dass es in „sehr wenigen Einzelfällen" zu Fehlbehandlungen aufgrund fehlerhafter Diagnosen gekommen sei. Die Zahl bewege sich derzeit im einstelligen Bereich. Die Patienten würden von den behandelnden Ärzten informiert.  Todesfälle habe es in diesem Zusammenhang – Stand jetzt – nicht gegeben, sagte Heinze.

Er  bestätigte, die Universität habe Rechtsanwälte eingeschaltet. Bei der Staatsanwaltschaft Magdeburg sei Strafanzeige gestellt worden.

Der entlassene Institutsleiter bestätigte der Volksstimme die Kündigung: „Ja, wir haben uns getrennt. Ich bin jetzt in Innsbruck und nicht mehr in Magdeburg tätig", sagte der Mediziner. Weiter wolle er sich zum aktuellen Zeitpunkt nicht äußern.

Die Pathologie der Uniklinik untersucht etwa Tumor-Gewebeproben. Der Befund ist Grundlage für eine Operations-Entscheidung. Die kommisarische Leitung der Pathologie hat die bisherige Leiterin der Diagnostik, Professor Dörthe Jechorek, übernommen.  Damit sei die Pathologie „hervorragend besetzt", sagte Klinikchef Heinze.

Im Zusammenhang mit Fehldiagnosen in der Pathologie fordert der Aufsichtsratschef des Uniklinikums Magdeburg, Armin Willingmann, Aufklärung.