Magdeburg (dpa) l In diesem Jahr sind bislang deutlich mehr Norovirus-Erkrankungen diagnostiziert worden als im Vorjahreszeitraum. Bis in die erste Dezemberwoche hinein wurden mehr als 7600 Fälle der meldepflichtigen Krankheit registriert nach rund 6950 im Vorjahr. Das geht aus einer Übersicht des Landesamts für Verbraucherschutz Sachsen-Anhalt hervor. Demzufolge wurden allein zwischen dem 26. November und 2. Dezember landesweit 377 Norovirus-Erkrankungen bekannt. In der Woche davor waren es 316 gewesen. Die Experten gehen von einer nicht unerheblichen Dunkelziffer aus, weil nicht alle Fälle gemeldet würden.

Eine Sprecherin des Landesamts erklärte: "Bisher lassen die Meldezahlen jedoch nicht auf eine besonders starke Norovirus-Saison schließen." Innerhalb der vergangenen sechs Wochen seien zwar 1665 Fälle gemeldet worden, im Vorjahreszeitraum seien es 1208 gewesen. Im Vergleichszeitraum 2016 wurden den Angaben zufolge knapp 3000 Erkrankungen gezählt.

Das Virus löst starken Durchfall und Erbrechen aus. Häufig tritt die stärkste Krankheitswelle im Herbst und Winter auf. "Zurzeit sind – wie für Noroviren typisch – besonders ältere Menschen und Kinder betroffen, da diese häufig in Gemeinschafts- oder Pflegeeinrichtungen untergebracht sind", erklärte eine Sprecherin des Landesamts für Verbraucherschutz. Noroviren seien leicht von Mensch zu Mensch übertragbar. Insbesondere in Alten- und Pflegeeinrichtungen sowie in Kitas komme es immer wieder zu Häufungen.

Regional gibt es große Unterschiede. Ende November/Anfang Dezember war Dessau-Roßlau besonders stark betroffen. Dort gab es den Angaben zufolge 50 Noro-Fälle je 100.000 Einwohner, in der Börde waren es 41 Betroffene je 100.000 Einwohner. Im Altmarkkreis Salzwedel hingegen war die Betroffenheit am geringsten mit gerade einmal vier Fällen je 100.000 Einwohner, auch in Magdeburg, im Landkreis Wittenberg, im Landkreis Harz und im Burgenlandkreis spielte die Erkrankung nur eine geringe Rolle.