Haldensleben l Das Chaos um den AfD-Kreisverband Börde geht in die nächste Runde: Das Landesschiedsgericht der Partei hat am Freitag die vom AfD-Landesvorstand beschlossene Auflösung des Kreisverbandes Börde kassiert. Damit gab das Landesschiedsgericht Sachsen-Anhalt einem Eilantrag des im September gewählten Kreisvorsitzenden, Steffen Schroeder, statt.

AfD-Landeschef André Poggenburg hatte den Kreisverband als einen ständigen „Unruheherd“ bezeichnet, mit dem es seit gut einem Jahr Rechtsstreitigkeiten gebe. Mit der Auflösung des Kreisverbandes wolle man „alles auf null“ stellen und neu beginnen. Diese Begründung reicht dem Landesschiedsgericht für die Auflösung des Kreisverbandes jedoch nicht aus. Bis Jahresende 2017 soll nun der Landesvorstand konkretere Gründe darlegen, hieß es. Bis dahin bestehe der Kreisverband Börde weiter.

Steffen Schroeder sieht sich durch die Entscheidung des Landesschiedsgerichtes bestätigt: „Mir war das völlig klar, dass die vorgebrachten Gründe für eine Auflösung nicht ausreichen“.

Börde-AfD ist gespalten

Die Börde-AfD ist in zwei Lager geteilt. Sie spaltet sich in glühende Poggenburg-Anhänger, als auch erbitterte Poggenburg-Gegner. Bereits mehrfach war der Landesvorstand in diesem Jahr gegen Entscheidungen des Kreisverbandes vorgegangen. So gegen die Wahl eines Poggenburg-Gegners zum Bundestagskandidaten sowie gegen die Wahl eines Kreisvorsitzenden. Beiden war vorgeworfen worden, gegen den Landesvorstand zu arbeiten.

Der AfD-Landesvorsitzende André Poggenburg war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.