Landespolitik

Sachsen-Anhalts Linke will sich nach der Wahlschlappe strategisch neu aufstellen

Die Linke in Sachsen-Anhalt will sich nach Wahlniederlage stärker auf ihre Kernthemen konzentrieren und stärker in der Fläche präsent sein.

Von Michael Bock
Stefan Gebhardt, Landesvorsitzender Die Linke in Sachsen-Anhalt. 
Stefan Gebhardt, Landesvorsitzender Die Linke in Sachsen-Anhalt.  Foto: imago images

Magdeburg -„Wir haben das Label fleißigste Fraktion im Landtag gehabt“, sagte die im Amt bestätigte Fraktionschefin Eva von Angern gestern nach einer Klausurtagung in Dessau-Roßlau. Die Fraktion habe viele Gesetzentwürfe, Anträge und kleine Anfragen erarbeitet. „Damit haben wir staatstragende Regierungsarbeit gemacht“, erklärte von Angern. „Wir müssen uns jetzt mehr auf unsere Kernthemen fokussieren.“

Dazu zählt die Magdeburgerin die Ost-West-Gerechtigkeit, gleiche Lebensverhältnisse in Städten und Dörfern, das Gesundheitswesen und die Pflege sowie den Kampf gegen Alters- und Kinderarmut. „Wir haben zu wenig an Konzepten und Visionen für die Zukunft gearbeitet“, sagte die Fraktionschefin selbstkritisch.

Linke will für die Menschen nahbar werden

Die Linke will zudem in der Fläche stärker präsent sein. „Wir wollen keine Gegend aufgeben“, sagte von Angern. Die Partei müsse „für die Menschen nahbar werden und vor Ort besser und intensive ansprechbar“ sein. „Das ist eine große Baustelle“, sagte die Fraktionschefin. Zuletzt hatte die Linke ihre Landräte in Wittenberg und in Mansfeld-Südharz verloren. Die Wahlen dort gewannen CDU-Politiker.

Ein Schwerpunkt müsse darauf liegen, neue Mitglieder zu gewinnen, sagte von Angern. Die einstige Kümmererpartei leidet an Überalterung.

Die Linke hatte bei der Landtagswahl die meisten Stimmen aller Parteien verloren und kam auf nur noch 11 Prozent. Die drittgrößte Fraktion im Landtag schrumpft damit von 16 auf 12 Sitze.

Landeschef verspürt Rückenwind aus Berlin

Der Landesvorsitzende Stefan Gebhardt sagte, die Linke im Land befinde sich nach der „krassen Wahlniederlage in keiner einfachen Situation“. Er betonte, dass eine stärkere Vernetzung mit der kommunalen Ebene erforderlich sei.

Rückenwind verspürt der Landesvorsitzende durch den Bundesparteitag am vorigen Wochenende, bei dem die Linke geschlossen aufgetreten sei und Schwung aufgenommen habe.