Corona

Forderung nach Geldstrafe für Impfschwänzer

Immer mehr Bundes-Politiker fordern Strafzahlungen für Menschen, die Corona-Impftermine nicht wahrnehmen. Auch in Sachsen-Anhalt gibt es viele Impfschwänzer, die ihre vereinbarten Termine ohne Absage verfallen lassen. Bald mit Folgen?

Von Gert Glowinski
Politiker haben gefordert, Impfschwänzer zu bestrafen.
Politiker haben gefordert, Impfschwänzer zu bestrafen. DPA

Magdeburg/Berlin - Die beiden großen Impfzentren im Norden Sachsen-Anhalts, in Magdeburg und Haldensleben, melden eine steigende Zahl von Terminen, die nicht eingehalten werden. In Haldensleben (Börde) etwa fallen aktuell tageweise 100 von 500 Impfterminen aus, die Schwänzerquote liege bei zehn bis zwölf Prozent, bestätigt Jens Sips, Leiter des Impfzentrums.

Bundes-Politiker von SPD und CDU fordern nun Strafzahlungen für Menschen, die vereinbarte Corona-Impftermine nicht wahrnehmen. „Es wäre richtig, wenn es eine Strafe gäbe für diejenigen, die nicht einmal ihren Termin absagen“, so SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach.

In Sachsen-Anhalt gibt sich die Politik zurückhaltender. Unvollständig Geimpfte setzen sich und andere Menschen einem unnötigen Risiko aus und behinderten die Arbeit der Impfzentren, so Bildungsminister Marco Tullner (CDU). „Wir sollten alles daran setzen, die Menschen zu überzeugen auch den Zweittermin wahrzunehmen.“ Er sei aber nicht überzeugt, dass Strafandrohungen dabei helfen. Linken-Fraktionschefin Eva von Angern bezeichnete das Verhalten von Impfschwänzern als egozentrisch. „Von einer Strafe halte ich wenig. Es könnte geprüft werden, ob ein Ordnungsgeld und Verwaltungsgebühren oder die Übernahme der entstandenen Kosten rechtlich möglich wären.“

Matthias Boxhorn, organisatorischer Leiter des Impfzentrums Magdeburg, warnt vor Strafandrohungen. Man wisse nicht, ob die Impfwilligen stattdessen in einer Arztpraxis oder bei einer anderen Impfaktion waren. Impfstoff werde deshalb in Magdeburg nicht verfallen, versichert er. „Ab etwa 15 Uhr ziehen wir Spritzen nur noch nach Bedarf auf“, erklärt er. Auch in Haldensleben könne man mit der aktuellen Quote von Impfschwänzern umgehen, so Leiter Jens Sips.

Sein Magdeburger Kollege Boxhorn ist gegen den Vorschlag Lauterbachs. Eine „Drohkulisse aufzubauen“, trage eher zur Steigerung der Impfmüdigkeit bei.

In Sachsen-Anhalt steht aktuell mehr Impfstoff zur Verfügung, als nachgefragt wird, es gibt freie Termine.