Kathrin Oertel

Pegida-Mitgründerin sucht Nähe der AfD

Pegida-Mitgründerin Kathrin Oertel hat sich als Mitarbeiterin der AfD-Fraktion im Magdeburger Landtag beworben.

Von Hagen Eichler 31.05.2016, 16:14

Magdeburg l Die Pegida-Mitgründerin Kathrin Oertel sieht ihre berufliche Zukunft bei der AfD im Magdeburger Landtag. Die Sächsin hat sich bei der Fraktion als Mitarbeiterin beworben, wie Fraktionschef André Poggenburg der Magdeburger Volksstimme bestätigte. Am Dienstag kam es zu einem zweiten Kennenlerngespräch im Landtagsgebäude. In der kommenden Woche will die Fraktion über die Besetzung von Mitarbeiterposten entscheiden.

Poggenburg sagte, Oertel sei eine sehr passende Bewerberin. „Sie ist politisch engagiert und ist ganz nah bei uns.“ Er verteidigte sie gegen den Vorwurf der Ausländerfeindlichkeit: „Pegida richtet sich gegen den Islam, nicht gegen Ausländer.“ Die AfD Sachsen-Anhalt sucht den Schulterschluss mit Pegida. Damit trotzt sie einer Aufforderung von AfD-Chefin Frauke Petry, Distanz zu wahren. Poggenburg sagte, dieser Beschluss des Bundesvorstands sei lediglich eine Empfehlung. Die Entscheidung müssten die ostdeutschen Landesverbände selbst treffen.

Oertel gehörte in Dresden zu den Gründern von Pegida. Nach dem Ausscheiden des Mit-Initiators Lutz Bachmann wegen diverser Vorstrafen war sie zeitweise Hauptrednerin der rechtspopulistischen Bewegung. 2015 trat sie nach internen Streitigkeiten zurück, später entschuldigte sie sich bei den Muslimen für die von ihr losgetretene Hetzkampagne. Zuletzt machte sie mit amerikafeindlichen und verschwörungstheoretischen Äußerungen auf sich aufmerksam.