Halle/Magdeburg l Mit dem seltsamen Slogan „Studieren in Fernost“ fing es an, zuletzt lief die Kampagne unter dem Titel „Mein Campus“: Acht Jahre lang haben die ostdeutschen Hochschulen westdeutsche Studienanfänger umworben. Jetzt endet die vom Bund geförderte Kampagne. Das Ergebnis sei „beeindruckend“, sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka (CDU) am Dienstag in Halle.

Auf zwei ostdeutsche Studenten, die in den Westen gingen, kämen heute drei Studenten in umgekehrter Richtung. Durch den dauerhaften Zustrom Richtung Osten habe man vermeiden können, Hochschulen parallel zum Bevölkerungsrückgang zu verkleinern und gleichzeitig im Westen aufzustocken. Allein für die Werbung spendierte der Bund über die acht Jahre 22 Milionen Euro.

„Ganz wichtig war, den Abiturienten im Westen deutlich zu machen, wie gut man hier studieren kann“, sekundierte Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Hartmut Möllring (CDU). Zum Erfolg beigetragen hätten die niedrigen Lebenshaltungskosten. Vom ersparten Geld könnten sich die Studenten „ein ordentliches Getränk“ leisten, flachste Möllring, „einen Cappuccino oder was die heute so mögen“.

Im kommenden Jahr wird Sachsen-Anhalt erstmals eine eigene Werbekampagne auflegen. Im Februar wählt eine Jury dafür eine Werbeagentur aus. Fünf Millionen Euro stellt das Land für die nächsten fünf Jahre bereit, koordiniert wird das Ganze von der Landesrektorenkonferenz (LRK). „Platz für dein Talent“ lautet der Arbeitstitel – der ist aber noch nicht endgültig, versichert das Wissenschaftsministerium.

Auch künftig werde man die Vorteile der Ost-Hochschulen bewerben, kündigt LRK-Chef Armin Willingmann an und nennt als Punkte eine persönliche Betreuung, die moderne Ausstattung, niedrige Lebenshaltungskosten. Noch stärker als bisher sollen die Werbe-Profis auf Multimedia-Werbung setzen, kündigt Willingmann an.

Mancherorts stellen Abiturienten aus dem Westen fast die Hälfte aller Studienanfänger. An der Hochschule Harz sind es rund 50 Prozent. Die Uni Magdeburg kommt im aktuellen Wintersemester auf 45 Prozent – rechnet man die 15 Prozent Ausländer hinzu, sind ostdeutsche Studienanfänger in der Minderheit. Über das gesamte Land gerechnet stammen 32 Prozent der Studienanfänger aus dem Westen. In den Vorjahren war der Anteil durch die doppelten Abitur-Jahrgänge sogar noch höher. Meinung