Magdeburg l Die schriftlichen Prüfungen für die rund 5700 Schüler des diesjährigen Abitur-Jahrgangs in Sachsen-Anhalt sollen in einem ersten Durchgang vom 4. bis 15. Mai stattfinden. Das teilte das Bildungsministerium am Montag auf Anfrage der Volksstimme mit. Wegen der Pandemie bedingten Schulschließungen hatte das Ministerium vergangene Woche den bis dahin geplanten Starttermin, 27. April, aufgehoben. Im neuen Zeitplan soll jeder Schüler zwei wählbare Termine für seine schriftlichen Prüfungen erhalten, erklärte die Behörde von Minister Marco Tullner (CDU). Ein zweiter Durchgang soll deshalb am 2. Juni starten und am 16. des Monats enden. Der letzte Schultag wurde um eine Woche auf den 30. April verschoben.

Vorklausuren ab dieser Woche

Beginnend in dieser Woche sollen die Schulen zudem ausstehende Klausuren des letzten Kurshalbjahres der Abi-Stufe, darunter Vorprüfungen, schreiben lassen. Wegen der Schulschließungen der vergangenen beiden Wochen seien solche Arbeiten in etwa der Hälfte der Schulen noch zu erbringen, teilte das Bildungsministerium mit. Mehrere tausend Schüler dürften betroffen sein. Bei den Prüfungen müssten die Schulen die geltenden Sicherheitsauflagen einhalten, betonte Ministeriumssprecher Stefan Thurmann. So müssten Klausuren in Kleingruppen und mit entsprechendem Sicherheitsabstand geschrieben werden. Die Schulen hätten zudem die Möglichkeit, alternativ zu Präsenz-Klausuren besondere Lernleistungen, wie Hausarbeiten, zu benoten.

Die Bildungsgewerkschaft GEW kritisiert den Plan, jetzt Klausuren schreiben zu lassen. "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist das fahrlässig", sagte Landeschefin Eva Gerth. Schüler müssten anreisen, Lehrer müssten zur Aufsicht in die Schulen kommen. "Das ist übertrieben." Vornoten könne man auch ohne die noch ausstehenden Klausuren vergeben, so die Gewerkschafts-Vorsitzende. Alternativ könne man nach Ostern - bei dann möglicherweise neuer Lage in der Corona-Krise - erneut über das Thema diskutieren.