Magdeburg (dpa) l Einen Monat nach der Verurteilung von vier Männern wegen gemeinschaftlichen Mordes an einem 30-Jährigen in Blankenburg beschäftigt das Gewaltverbrechen erneut die Justiz. Ein mutmaßlich fünfter Beteiligter müsse sich von 26. September an wegen Mordes in Magdeburg verantworten, teilte das Landgericht am Freitag mit. Der 29-Jährige war erst am 22. Juni festgenommen worden – da war der Prozess gegen die anderen vier Männer schon in Gange. Es war nach Angaben eines Gerichtssprechers aus Rechtsgründen nicht mehr möglich, im gleichen Prozess gegen ihn zu verhandeln. Die Kammer habe zunächst Verhandlungstage bis 21. Oktober angesetzt.

Dem 29-Jährigen wird vorgeworfen, am 3. Januar dieses Jahres im Harzort Blankenburg gemeinsam mit den bereits Verurteilten auf offener Straße einen Mann zu Tode geprügelt zu haben. Am Körper des Opfers – vor allem im Gesicht und am Kopf – seien 45 Spuren des Gewaltexzesses gezählt worden. Der Mann war noch am Tatort gestorben. Grund für die Gewaltorgie war nach Überzeugung des Gerichts Selbstjustiz. Dem Getöteten, der Stress in der Gegend gemachte habe, hätten die Wachmänner "eine Abreibung" verpassen wollen.

Am vergangenen Montag hatte das Gericht in dieser Sache drei Männer zu lebenslangen Freiheitsstrafen und einen zum Tatzeitpunkt 20-Jährigen zu einer Jugendstrafe von sieben Jahren verurteilt. Nach Angaben des Gerichtssprechers liegen bereits erste Revisionen vor.